Schieben einiges für den Klimaschutz an: (von links) Peter Rapp, Vitus Lempfert, Uta-Maria Lahr, Christine Langen und Herbert Sitterle von den Lörracher „Grandparents for Future“. Foto: Martin Schulte-Kellinghaus

Die Lörracher „Grandparents for Future“ setzen sich seit 2019 kontinuierlich für eine lebenswerte Zukunft künftiger Generationen ein.

Der Klimaschutz ist zuletzt angesichts multipler Krisen und Kriege sowie wirtschaftlicher Probleme ins Hintertreffen geraten: Während auf europäischer Ebene der „Green Deal“ verwässert wird, gerät auf Bundesebene die Energiewende ins Wanken. „Die Politik wickelt den Klimaschutz rückwärts ab“, beurteilt Vitus Lempfert die Situation beim Gespräch mit unserer Zeitung.

 

Er hatte 2019 zusammen mit Herbert Sitterle die Lörracher Gruppe der „Grandparents for Future“ gegründet, um die Klimastreikaktionen der auch in Lörrach sehr engagierten Schülerbewegung „Fridays for Future“ zu unterstützen. Mittlerweile stützt sich die Gruppe auf ein fünfköpfiges Leitungsteam, dem neben Lempfert und Sitterle auch noch Uta-Maria Lahr, Christine Langen und Peter Rapp angehören.

Theaterstück zum Klimawandel

Auf ihrer Mailingliste stehen rund 150 Mitstreiter, die regelmäßig informiert werden und bei Aktionen wie jener mithelfen, die für kommenden Freitag, 24. April, um 15 Uhr geplant ist. Zusammen mit den Aktiven vom Runden Tisch Klima führen die Grandparents dann auf dem Alten Markt das kabarettistische Theaterstück „Warum Energie so teuer ist, wer daran verdient und was wir dagegen tun können“ auf. Die Aufführung ist eingebettet in einen deutschlandweiten Aktionstag, mit dem „Fridays for Future“ gegen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen demonstrieren will.

Foto: Holger Schlicht

Die lokale „Fridays-for-Future“-Gruppe besteht mittlerweile nicht mehr, doch „das leidenschaftliche Feuer der Fridays wirkt weiter“, so die langjährige UNICEF-Arbeitsgruppenleiterin Langen, die die Klimakrise als „die größte Bedrohung für Kinderrechte“ bezeichnet. Aufgabe der Grandparents sei es, „Stetigkeit“ im Einsatz für den Klimaschutz zu zeigen. Es sei die ältere Generation, welche die Last tragen müsse. Der Kampf „ist nicht Aufgabe der Jugend, die frei aufwachsen soll“, findet auch Lempfert. Für Sitterle, den mehrfachen Groß- und Urgroßvater, ist das Thema wie „ein Fenster in die Zukunft. Die Verantwortung geht über dein Leben hinaus“. Sind die Kipppunkte beim Klima erst einmal erreicht, sei eine Umkehr nicht mehr möglich, mahnt Lempfert eindringlich. Die Reaktion auf diese Bedrohung im Bundes- und Landtag sei bisher aber „völlig unzureichend“, während auf Ebene von Stadt und Landkreis viel Positives bewirkt würde.

Kontakt mit den Landtagskandidaten

Um stärker auf die überregionale Politik einzuwirken, hätten die Grandparents vor der Landtagswahl den persönlichen Kontakt mit den Kandidaten Sarah Hagmann (Grüne), Peter Schelshorn (CDU) und Jonas Hoffmann (SPD) gesucht und dabei „sehr sachliche, positive Gespräche“ geführt. Die Grandparents verstehen sich denn auch als überparteiliche Bewegung, die mit allen demokratischen Kräften redet und klimabewusste Politiker in deren Reihen stützen will. Und welche Vision haben die Aktiven der Gruppe für die Zukunft? Dass ein Konsens über die Wichtigkeit des Themas selbst erreicht wird, sagt Uta-Maria Lahr. Über die richtigen Wege zum Ziel könne man dann streiten. Dass die Politik das Problem ernst nimmt und entsprechend handelt, ergänzt Lempfert. Dann gebe es Grund für Zuversicht, dass die Probleme gelöst werden.

E-Mail-Kontakt für Interessierte: grandparents4futureloe@gmx.de