Die Vernissage von Ingrid Wild am Kunstdünger war sehr gut besucht. Bodo Schnekenburger führte in die Ausstellung ein. Foto: Schuldis

Das Interesse an der Vernissage von Ingrid Wild am „Kunstdünger“ in Hausen war groß. Bodo Schnekenburger hat in das Werk der Künstlerin eingeführt.

Einen echten Lebensraum mit zwei „Rinden“-Figuren, Waldboden, Baum und allem, was dazugehört, hat die Künstlerin Ingrid Wild im Häuschen am Kunstdünger geschaffen und damit die ausgediente Telefonzelle zu einem Teil ihrer Installation mit dem Titel „Waldstück“ werden lassen. Am Wochenende wurde die Ausstellung mit großem Publikumsinteresse eröffnet.

 

Bodo Schnekenburger betonte, dass „Waldstücke“ in der Kunst vielfach für Sehnsuchtsorte, oder gar Rückzugsorte stehen. Spätestens seit der Romantik erfreue man sich an „Waldstücken“. An mehreren Beispielen aus der Kunst stellte er heraus, wie eng Mensch und Wald verbunden sind. Es gehe immer um den Menschen. Auch in der Kunst von Ingrid Wild. Sie habe für den Menschen in ihrer Kunst bestimmte Aufgaben vorgesehen.

„Was wir im Häuschen sehen, ist tatsächlich ‚ein Stück Wald‘, so wie wir ihn kennen. Wir sehen den geschichteten Bodenaufbau, der von unterschiedlichen Zuständen von Pflanzen in ihrem Zersetzungsprozess herrührt. Wir sehen ein bisschen Totholz, Blattwerk, Pflanzen, Bäumchen… Und natürlich hat die Künstlerin auch zwei von ‚ihren‘ Figuren platziert“, beschreibt Schnekenburger die Installation.

Interessierte Figuren schauen heraus

Und die beiden Figuren scheinen interessiert zu sein an dem, „was da draußen los ist“. „Und sie sind so sehr im Waldstück verwurzelt, dass sie mit ihrer Oberfläche, die spontan an Rinde denken lässt, selbst ein Stück Wald zu sein scheinen. Sie sind allerdings, genau so wie der Rest dieses kleinen Waldstücks und das Häuschen drumherum, menschengemacht.“

Bodo Schnekenburger und Ingrid Wild. Foto: Schuldis

Auch der Zeitfaktor spiele bei der Installation eine Rolle, da das „Waldstück“ tatsächlich aus Teilen eines Waldes ist. „Es wird sich verändern – wäre der Zeitraum größer, würden sich neue Schichten bilden, wie wir sie unten sehen können. Und das Grün würde vergehen. Im Oktober ist Herbst. Spätestens da würde das Laub auch draußen seine Farbe verändern. Vielleicht wächst bis dahin in diesem Waldstück auch Neues“, machte Schnekenburger aufmerksam und lud ein, sich den Prozess im Häuschen immer wieder mal anzuschauen.