Spatenstich im ING-Park (von links): Bernd Armbruster (Firma Strohäker), Laura Schneller („zweib Architektur“), Robert Theurer (Theurer Hoch- und Tiefbau), Evi Fröhlich (Steuerkanzlei Siegfried Lück), Roman Benz („zweib Architektur“), Manfred Heger (Seniorchef), Oberbürgermeister Jürgen Großmann, Anja Heger, Jürgen Heger und Gospodin Mitev. Foto: Katzmaier

Der Recycling-Systeme-Spezialist Heger aus Herrenberg hat mit dem Bau einer neuen Montagehalle im ING-Park Nagold Gäu begonnen. Eine Verlegung des Firmensitzes ist geplant. Oberbürgermeister Jürgen Großmann freut sich über den Mittelständler.

Beim offiziellen Spatenstich im Bereich Schickhardtallee und Im Lehleshau bezeichnete Nagold Oberbürgermeister Jürgen Großmann, zugleich Verbandsvorsitzender des ING-Parks Nagold Gäu, den Neubau der Firma Heger als Glücksfall. Besonders freue man sich über familiengetragene, mittelständische Firmen, denn diese seien das Rückgrat der Wirtschaft.

 

Für Firmchenchef Jürgen Heger ist dieser Schritt nicht nur mit Freude, sondern auch mit begrenzten Alternativen verbunden. Die im Herrenberger Teilort Oberjesingen ansässige Firma platze aus allen Nähten. Jedoch sehe man in Herrenberg keine Möglichkeit zur Erweiterung – oder nur per Warteliste mit der damit verbundenen Ungewissheit.

Recycling-Branche wächst

Das Unternehmen ist auf Wachstumskurs, weil es auch die Recycling-Branche ist. Das im Jahr 1948 gegründete Familienunternehmen begann mit der Herstellung landwirtschaftlicher Geräte für die Futteraufbereitung.

Aufbauend auf die vorhandene Basistechnologie begann Heger 1963 mit der Produktion von Abfallmühlen für EPS (Styropor). Seitdem entwickelt das Unternehmen kontinuierlich neue Systeme für die wachsende Recyclingbranche.

Heute – schon in der dritten Generation in Familienhand – sei Heger eines der weltweit führenden Unternehmen in der Herstellung und dem Vertrieb von Recycling-Systemen für verschäumte Kunststoffe.

Man habe schon seit fünf, sechs Jahren nach Flächen gesucht, erklärte Jürgen Heger. Vor zweieinhalb Jahren sei man dann auf den ING-Park gestoßen – und sei von der ersten Anfrage fortan super bereut worden, wie Heger unterstreicht. Dass sich die Firma Brenner – ebenfalls aus Herrenberg kommend – davor im ING-Park angesiedelt hatte, sprach weiter für diese Entscheidung.

Weitere Bauabschnitt sollen folgen

Die Firma Heger baut unter Planung des Architekturbüro „zweib Architektur“ (Benz) zunächst eine Montagehalle mit circa 1800 Quadratmetern mit anschließenden Nebenräumen von 250 Quadratmetern. Weitere Bauabschnitte sollen folgen. Der Neubau von einer mehrgeschossigen Verwaltung, sowie der Neubau einer zweiten Halle für Schweißerarbeiten. Insgesamt werden rund fünf Millionen Euro investiert, davon im ersten Zug zunächst rund drei Millionen. Im Frühjahr 2026 sollen die ersten Arbeiten abgeschlossen werden.

Als schwäbisches Unternehmen gehe man vorsichtig und mit Bedacht vor, sagte Heger mit einem Lächeln auf den Lippen. Der Hauptsitz wird vorerst in Herrenberg bleiben. Die zwei Standorte könnten parallel betrieben werden – ohne das viele Transporte untereinander anfallen würden. Ziel sei es jedoch, den Firmensitz komplett in den ING-Park zu verlegen.

Mitarbeiterzahl soll steigen

Derzeit zählt das Unternehmen 20 Mitarbeiter. Laut Heger plane man durch die weitere Entwicklung mit 35 Mitarbeitern.

Für Großmann ist es dabei selbstverständlich, dass man weitere mögliche Entwicklungen schon beim Auftakt mit bedenke. Man beachte dabei schon, „was in zehn Jahren sein wird“.

Und Großmann ist es wichtig, dass die Ansiedlung rundum aus einer Hand betreut wird. So ist Nagold nach Abstimmung mit dem Landkreis Böblingen und dem Regierungspräsidium baurechtlich verantwortlich. Da der Neubau auf Oberjettinger Gemarkung besteht, wäre dort eigentlich der Kreis Böblingen zuständig gewesen.