Mit den Notebooks, die die Verwaltungsmitarbeiter bald erhalten, können sie flexibel an jedem Ort arbeiten - auch im Freien. Die geplante Umstellung wurde im Gemeinderat vorgestellt. Foto: Alexandra Günzschel

Die Gemeinde Maulburg will die bestehende und überalterte IT-Infrastruktur umstellen.

Bei zwei Enthaltungen hat der Gemeinderat für das kommende Jahr die Umstellung der bestehenden IT-Infrastruktur der Gemeinde auf Cloud-Arbeitsplätze beschlossen. Mit der Umsetzung der Cloud-Lösung wird der Dienstleister KOMM.One beauftragt. Ein wirtschaftlicher und sicherer Weiterbetrieb sei mit der bestehenden Infrastruktur nicht mehr gewährleistet, hieß es zur Begründung.

 

Zum finanziellen Aspekt

Für die Umsetzung fallen einmalige Kosten in Höhe von 33.870 Euro sowie jährliche Betriebskosten in Höhe von 96.150 Euro an. Hinzu kommt die Beschaffung der erforderlichen Hardware zum Gesamtpreis von aktuell 74.560 Euro. Die Finanzierung soll im Rahmen eines Leasingmodells über die Grenke AG mit einer Laufzeit von vier Jahren und einer monatlichen Rate von 1655 Euro erfolgen. Weil marktbedingte Preissteigerungen für wahrscheinlich gehalten werden, wurde die Gemeinde dazu ermächtigt, die Hardware bis zu einem Gesamtbetrag von 80.000 Euro einzukaufen. Der Preis ist seit der ursprünglichen Planung bereits um 78 Prozent gestiegen.

Cloud-Lösung geht vor lokalen Servern

Die Cloud-Lösung wurde gegenüber einer klassischen lokalen Serverlösung bevorzugt, weil dadurch hohe einmalige Investitionen entfallen, die Gemeinde von dem sicheren KOMM.ONE-Rechenzentrum profitieren kann und die Mitarbeiter ortsunabhängig und sicher auf ihre Arbeitsumgebung zugreifen können. Zudem, so wurde mitgeteilt, komme die Cloud-Lösung ohne zusätzlichen Personalaufwand und unvorhergesehene Folgekosten aus.

Einzelheiten zu diesem Schritt erläuterte in der Sitzung der EDV-Beauftragte Thomas Mäder. So sollen nun im Zuge der Umstellung 35 Notebooks mit Zubehör, sieben stationäre Geräte sowie 76 Monitore angeschafft werden. Der Bedarf ist in den vergangen fünf Jahren gestiegen, was mit mehr Mitarbeitern, zusätzlichen Aufgaben, dem Trend zu zwei Monitoren pro Arbeitsplatz sowie den zusätzlichen mobilen Arbeitsplätzen begründet wird. Obwohl sich die Umstellung nun aller Voraussicht nach in das kommende Jahr verschieben wird, steht schon im laufenden Jahr der Umzug des bestehenden Exchange-Servers auf das System Exchange SE an.

Gemeinde unterhält weitere EDV-Standorte

Dieses wird beispielsweise für die Zeiterfassung, aber auch für eine Ausschreibungssoftware für das Bauamt benötigt. Mäder beziffert die Softwarekosten hierfür mit 14.000 Euro, für die Dienstleistung rechnet er mit weiteren 3000 Euro. Ein entsprechendes Angebot soll dem Gemeinderat bald zum Beschluss vorgelegt werden.

Neben dem Rathaus unterhält die Gemeinde EDV-Standorte beim Hallenbad, der Alemannenhalle, dem Bauhof und dem Dorfstübli sowie an der Wiesentalschule und den drei Kindergärten. Besondere Probleme ergaben sich im Hallenbad, zum einen mit der Steuerung der Lüftung, zum anderen aber auch mit dem Kassensystem, bei dem sich offenbar die Ausfälle häufen. „Wir müssen dafür sorgen, dass in unseren Einrichtungen alles störungsfrei läuft“, erklärte Bürgermeisterin Jessica Lang zum Sachverhalt.

Dazu gehöre auch, dass die Mitarbeiter im Rathaus Notebooks erhalten, mit denen sie überall flexibel arbeiten könnten. Dies sei auch deshalb wichtig, da der Platz im Rathaus schnell knapp werden kann, etwa dann, wenn Büros für Meetings gebraucht würden.

Rainer Sänger (FW) lobte den Fachvortrag des Experten und erkundigte sich nach Möglichkeiten, sich die Preise langfristig sichern zu lassen. Dies jedoch könnte Mäder zufolge schwierig werden. Theoretisch sei jedes Jahr eine Preissteigerung denkbar, bedauerte er.