Das Gebiet um den Bahnhof soll zu einem Mobilitätsknoten werden. Foto: Fuchs

Seien wir ehrlich. Ein Hingucker ist der Bahnhof in Loßburg nicht gerade. Und auch nicht Dreh- und Angelpunkt der Verkehrsmittel. Das soll sich jetzt aber ändern. Die Gemeinde lässt ein Planungsbüro das Konzept für den Ausbau eines Mobilitätsknotens erstellen.

Loßburg - Bahngleise, ein paar überdachte Fahrradständer und einen Parkplatz gibt es in der Bahnhofstraße aktuell. Das war’s. Gehwege? Fehlanzeige. Und Busse trauen sich nicht in die Bahnhofstraße, weil sie dort nicht wenden können, wie Bürgermeister Christoph Enderle in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte. Eine Wendeplatte oder ein Kreisverkehr könnten dieses Problem lösen.

Nicht nur Busse sollen in die Straße

Busse sind aber längst nicht alles, was die Gemeindeverwaltung in die Bahnhofstraße holen will. "Einen Fahrrad-Verleih und E-Ladesäulen haben wir zwar", so der Bürgermeister, "aber nicht am Bahnhof als zentraler Punkt." Ein multimodaler Knoten umfasse die Verknüpfung von mindestens drei Mobilitätsformen neben dem Fußverkehr und sollen dadurch eine bessere Nutzung dieser Verkehrsmittel ohne lange Wege und Wartezeiten ermöglichen.

Bürgermeister Enderle fallen da mehr als drei Verkehrsmittel ein, die am Bahnhof eingerichtet werden könnten. Neben E-Car-Sharing-Stationen, E-Bike-Verleih, Gehwegen im Zuge eines Straßenausbaus, Linienbussen und einem Serviceschrank fehlen auch Taxi-Stellplätze und Toiletten für Wartende. Das Land fördere den Ausbau von Mobilitätsknoten durch das "Bahnhofsmodernisierungsprogramm 2".

Praktisch in Loßburg: Die Gemeinde hat die Erschließung des Gewerbegebiets "Bahnhofstraße 1" sowie den Ausbau der Bahnhofstraße inklusive Linksabbiegerspur zur Bundesstraße 294 geplant. Das ist in der mittelfristigen Finanzplanung vermerkt.

Hilfe von einem Fachbüro

Über das Investitionsprogramm bietet sich nun die Möglichkeit, die Arbeiten am Gewerbegebiet, der Bahnhofstraße, dem ZOB und der Ortsdurchfahrt zu verbinden. "Wir wollen auf den Zug aufspringen und den Bahnhof aufwerten", so Enderle.

Weil das Thema so komplex ist, benötigt die Gemeinde bei der Planung Hilfe von einem Fachbüro. Dieses soll aus den vielen angedachten Bausteinen ein Gesamtkonzept entwickeln. Die Erstellung des Fachkonzepts fördert das Land zu 50 Prozent.

Es liegt bereits ein Angebot vom Büro "Praxl+Partner" aus Filderstadt vor. Der Preis für die Konzepterstellung liegt bei knapp 26 500 Euro.

Ratsmitglied Werner Faulhaber (FWV) meinte dazu: "Wenn wir 50 Prozent Förderung bekommen, sollten wir das jetzt tun." Der restliche Gemeinderat war einstimmig gleicher Meinung. Nun reicht die Gemeindeverwaltung einen entsprechenden Antrag bei Regierungspräsidium Karlsruhe ein. Sobald die Förderzusage kommt, geht der Auftrag an das Planungsbüro.