Dem Wassermangel durch Klimawandel und geringere Quellschüttungen soll vorgebeugt werden: Die Gemeinde Hardt hat durch das Büro IMS Hechingen ein Strukturgutachten für die Wasserversorgung erarbeiten lassen, dessen Ergebnisse jetzt vorliegen.
Die Daten zu Angebot und Verbrauch sollten erhoben sowie sämtliche Anlagen bewertet werden. Wichtigstes Ziel war, die Möglichkeit einer Verbindungsleitung zu Nachbarversorgern auszuloten.
Der Hochbehälter mit 1000 Kubikmeter Trinkwasser ist ausreichend dimensioniert. Das Gutachten empfiehlt aber Investitionen in die Technik über 660 000 Euro. Für die Wasserversorgung im Ort liegt der Tagesbedarf bei 443 Kubikmeter Wasser, bei einem Spitzenwert von 657 Kubikmeter Wasser.
Zweites Standbein empfohlen
Das Eigenwasser kommt aus drei Quellen und drei Tiefbrunnen und wird aufgehärtet, filtriert und UV-entkeimt. Die Schüttung der Quellen ist rückläufig, reicht aber noch aus. Der Pegelstand der Tiefbrunnen ist um rund zehn Meter abgesenkt. Der Tiefbrunnen III ist aktuell nicht mehr nutzbar und kann nicht regeneriert werden. Von beiden restlichen Brunnen kann nur etwa 1,2 Liter pro Sekunde gefördert werden.
In trockenen Zeiten liegt die Mindestschüttung der Quellen bei 3,4 Liter pro Sekunde. In trockenen Zeiten sind 4,6 Liter pro Sekunde verfügbar, was für einen Spitzenbedarf nicht ausreicht. Der Gesamtwasserbedarf der Gemeinde liegt bei sechs Liter pro Sekunde.
Wegen das Klimawandels und des weniger schnell regenerierenden Grundwasserspiegels wird ein zweites Standbein oder ein Notverbund mit Nachbargemeinden empfohlen.
Zur Sicherstellung der Wasserversorgung sollte auch der Neubau eines Brunnens in Betracht gezogen werden, was bis zu 730 000 Euro kosten könnte.
Maßnahmen zur Sanierung werden für die Pumpwerke im Hugswald zu 120 000 Euro gesehen und im Schleifenloch für 115 000 Euro.
2,3 Liter pro Sekunde
Aktuell plant die Gemeinde, eine Verbindungsleitung in Richtung Buchenberg zu bauen mit einer Einspeisung direkt in den Hochbehälter Maurerhäusle.
Von dort wäre eine Leitung entlang eines bestehenden Waldwegs in Richtung Halde in Buchenberg auf einer Länge von 1,1 Kilometer zu verlegen. Das von dort bezogene Fremdwasser entspricht in seiner chemischen Zusammensetzung dem Quell- und Tiefbrunnenwasser in Hardt. Königsfeld ist bereit, dieser Verbindungsleitung zuzustimmen und kann einen Bezug von maximal 2,3 Liter pro Sekunde zusagen.
Die Gesamtkosten für die Verbindungsleitung wurden vom beauftragten Büro IMS auf 473 000 Euro netto berechnet. Die Gemeinde Hardt trägt diese Kosten und kann mit einem Zuschuss aus den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft von 60,8 Prozent rechnen.
Bauhof setzt um
Wegen einer gewissen Absicherung von Buchenberg beteiligt sich die Gemeinde Königsfeld an den Kosten mit einem Fixbetrag. Die Unterhaltungskosten der Leitung werden zukünftig je zur Hälfte getragen. Der Bauhof von Hardt könnte die Leitungsverlegung und den Schachtbau umsetzen. Nach Bewilligung des Zuschuss sollte baldmöglichst mit dem Bau begonnen werden.