Die Wanderfreunde wollen das Gebiet am Aussichtsturm mit einer speziellen WC-Anlage ausstatten. Ein Vorbild dabei ist Schramberg.
Die Schilderungen von Mirjam Kirschbaum, Vorsitzende der Wanderfreunde, sind drastisch.
„Die Hinterlassenschaften, die nach einem sonnigen Wochenende rund um den Aussichtsturm zu finden sind, beschränken sich nicht nur auf Hundekot“, beschreibt sie anschaulich die Dinge, die Besucher des touristischen Wahrzeichens zurücklassen.
Die Landwirte leiden
Schließlich sei die nächste öffentliche Toilette erst in der Gemeindehalle zu finden – vom Aussichtsturm aus doch eine gewisse Strecke. „Da ist der Weg hinter die Hecken eben oftmals verlockender“, analysiert sie die aktuelle Situation.
Um Abhilfe zu schaffen – vor allem die Landwirte der umliegenden Flächen sind mit den momentanen Zuständen unzufrieden – regen die Wanderfreunde deshalb das Aufstellen einer Trockentoilette an.
Hohe Förderung möglich
„Der Lkw muss zum Abpumpen gut hinkommen“, erläutert Kirschbaum fachkundig den Leerungsprozess. Dieser falle je nach Frequentierung der Anlage ein- bis zweimal im Jahr an und koste Pro Maßnahme etwa 300 Euro.
Die Anschaffung einer festinstallierten Anlage koste rund 20 000 Euro, erklärt sie im Gespräch mit Bürgermeister Jens Keucher. Allerdings sei in diesem Falle eine Förderung in Höhe von 80 Prozent möglich.
Stadt kann Zuschuss geben
„Das ist nicht nur eine Vereinsache, sondern auch ein öffentliches Gut“, positioniert sie sich. Zwar sei der 24 Meter hohe Turm ein Projekt der Wanderer gewesen, doch komme die geplante Toilette eben allen zugute. Um einen Teil der Kosten zu decken, könnte man auch eine Spendenkasse am „Örtchen“ aufstellen, so eine Überlegung.
„Wenn ich eine saubere Toilette vorfinde, ist mir das schon ein oder zwei Euro wert“, bekräftigt Keucher. Und erinnert an die 20 Prozent Vereinsförderung, die der Gemeinderat im vergangenen Sommer bei Investitionen – wie etwa einer Toilettenanlage –, beschlossen hatte.
Schramberg als Vorbild
„Mir ist es wichtig, dass wir bei Vereinen, Familien und Kindern als allerletztes sparen“, macht er seinen Standpunkt trotz der begrenzten finanziellen Haushaltslage klar.
Mit Reinigungspersonal könne man von städtischer Seite allerdings nicht dienen. „Wir haben nicht die Leute dafür, das muss der Verein machen“, gibt der Bürgermeister allerdings zu bedenken.
Das ist für Kirschbaum jedoch kein Ausschlusskriterium. So unterhalte beispielsweise Schramberg mehrere Trockentoiletten in Kooperation mit unterschiedlichen Vereinen, erklärt sie.