Der Dorfverein „Bieselsberg packt’s an“ kümmert sich künftig um das Bürgerhaus im Ort. Doch wie sieht es generell mit der Vereinsförderung in der Gemeinde Schömberg aus?
Zum 31. Dezember hat die Evangelische Verbundkirchengemeinde Schwarzenberg-Bieselsberg das bestehende Mietverhältnis mit der Gemeinde Schömberg über den Saal-, den Gruppen- und den Nebenraum im Bürgerhaus in Bieselsberg gekündigt.
Die Kirchengemeinde braucht das Bürgerhaus nicht mehr, weil sie Ende November ihr eigenes Gemeindehaus einweihte.
Anfrage Doch wie geht es mit dem Saal-, Gruppen- und Nebenraum im Bieselsberger Bürgerhaus weiter? Ende Oktober erhielt Schömbergs Kämmerer Ralf Busse eine Anfrage von Michael Nothacker, Vorsitzender des Dorfvereins „Bieselsberg packt’s an“. Nothacker wollte wissen, ob der Dorfverein den Saal-, Gruppen- und Nebenraum von der Kirchengemeinde übernehmen dürfe.
Begegnungsstätte Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung regt der Vereinsvorsitzende in dem Schreiben an, die Räume kostenlos zu erhalten. Sie sollen für alle Vereine zugänglich gemacht werden und hauptsächlich als Heimatstube und Begegnungsstätte für Jung und Alt dienen.
Der Gemeinderat von Schömberg beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema. Gemeinderat Michael Nothacker (UWV) durfte wegen seiner Funktion als Vorsitzender des Dorfvereins von Bieselsberg an den Beratungen und an der Abstimmung nicht teilnehmen.
„Sinnvolle Nachnutzung“
Hauptamtsleiter Daniel Schabbach schlug im Namen der Verwaltung vor, dem Dorfverein „Bieselberg packt’s an“ den Saal-, Gruppen- und Nebenraum im Bürgerhaus in Bieselsberg kostenlos zu überlassen. Die bisherigen Mieteinnahmen von der Kirchengemeinde in Höhe von 3300 Euro jährlich würden als Vereinsförderung für „Bieselberg packt’s an“ deklariert. Bürgermeister Matthias Leyn sprach von einer „sinnvollen Nachnutzung“.
Vereinsförderung Gemeinderätin Katja Rathfelder (MUZ) regte eine Liste darüber an, wie andere Vereine gefördert würden. Es solle gleich und fair zugehen. Leyn sicherte eine solche Übersicht zu. Gemeinderätin Rosario Moser (CDU) lobte das Bieselsberger Modell. Diese Möglichkeit sollte es in allen Ortschaften geben.
Dorfverein koordiniert Aktivitäten
Christoph Eck (CDU) fragte, ob die Räume alle Vereine nutzen dürfen, „Bieselsberg packt’s an“ aber der Hauptnutzer sei. „Vertragspartner ist ‚Bieselberg packt’s an‘“, antwortete Leyn. Dieser koordiniere die Aktivitäten.
Widerspruch kam von Steffen Linder (UWV). Er habe ein Problem damit, dem Verein „Bieselberg packt’s an“ eine fiktive Miete zu berechnen. Es gehe um die Dauerbeleger, antwortete Leyn. Das sei ehrlich und transparent, ergänzte Kämmerer Ralf Busse. Mit dieser Antwort war Linder nicht zufrieden. „Die Vereine springen überall ein“, meinte er. Für ein Glas Bier sollen sie dann noch etwas bezahlen, so Linder empört.
Rathfelder dagegen sprang der Verwaltung bei. Sie erinnerte an diejenigen Vereine, die selbst eine Vereinsstätte hätten und diese unterhalten müssten. Sie hielt die vorgeschlagene Regelung für „fair und richtig“. Was nichts koste, sei auch nichts wert.
Zu viel Bürokratie? Linder dagegen fürchtete mehr Bürokratie. Leyn hingegen bekräftigte das Argument von Kämmerer Busse. Es gehe um Haushaltstransparenz. Der Bürgermeister gab Rathfelder recht. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Anforderungen der Gemeindeprüfungsanstalt. „Der Bürokratieaufwand hält sich in Grenzen“, sagte Leyn an Linder gerichtet.
Gemeinderat entscheidet Und dann wurde der Bürgermeister grundsätzlich. Letztendlich entscheide der Gemeinderat. Er habe nur eine von 19 Stimmen. Er selbst sei schon das eine oder andere Mal vom Gremium überstimmt worden. Es entscheide auch nicht Kämmerer Busse. Letztendlich billigte das Gremium dann die von der Verwaltung vorgeschlagene Lösung einstimmig.