Die Gemeinde muss den Mischwasserkanal an der Rotbergerstraße in Rheinweiler sanieren. Der Gemeinderat gibt grünes Licht bis zu einer Gesamtsumme von 300.000 Euro.
Aktuell werden die Lärmschutzwand und Stützwand an der Autobahn bei Rheinweiler instandgesetzt. Seit Ende April ist dort, in Fahrtrichtung Karlsruhe, nur noch ein Fahrstreifen nutzbar.
Diese halbseitige Sperrung, die voraussichtlich noch bis Ende Juni dauert, will die Gemeinde Bad Bellingen dazu nutzen, um den dortigen Mischwasserkanal an der Rotbergerstraße zu sanieren, der zahlreiche Schäden aufweist.
Der Kanal verläuft parallel zur Autobahn A 5, größtenteils in der direkt angrenzenden Böschung von Südwest in Richtung Nordost.
Kosten-Ersparnis
„Wir wollen uns mit der Kanalsanierung an die A-5-Sperrung dranhängen. Damit sparen wir etwa 40.000 bis 50.000 Euro, die wir sonst selbst für die dafür nötige Sperrung bezahlen müssten“, erläuterte Bürgermeister Carsten Vogelpohl in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Preissteigerung
Diese Kosten-Reduktion kann die Gemeinde auch gebrauchen: Denn durch die aktuellen weltweiten Ereignisse geht die Verwaltung bei dieser Maßnahme von einer Preissteigerung von etwa 20 Prozent aus gegenüber der Grobkostenschätzung. „Das Material ist enorm teuer geworden“, verwies Bauamtsleiter Marc Braun unter anderem auf die Sperrung der Straße von Hormus.
Drei Abschnitte
Die Sanierung erfolgt in drei Abschnitten. Der Auftrag für den ersten Teil wurde an die Firma Koßmann aus Kappel-Grafenhausen zum Preis von rund 102.000 Euro vergeben. Die geschätzten Kosten lagen noch bei 75.000 Euro.
Da die Angebote für die anderen beiden Abschnitte zur Sitzung noch nicht vorlagen, wurde die Verwaltung ermächtigt, die anderen beiden Aufträge freihändig zu vergeben – vorausgesetzt, die Gesamtsumme von 300.000 Euro wird nicht überschritten. Der Beschluss erfolgte einstimmig.
Unter Zeitdruck
„Die Sanierung des Mischwasserkanals wird sportlich, wir schaffen es aber zeitlich“, meinte Bauamtsleiter Marc Braun auf Nachfrage unserer Zeitung.
Die ausführende Firma sei schon vor Ort gewesen und nun mit den vorbereitenden Maßnahmen zu Gange, teilte er ergänzend mit.
Diverse Schäden
Die Sanierung des Kanals drängt. Eine Kanal-TV-Untersuchung hatte an dem Bauwerk, unter anderem an den Haltungen, diverse Schäden dokumentiert. Auch zeigten sich wiederkehrende Wurzeleinwüchse an den Muffen sowie Querrisse. Zudem wiesen die Betonrohre einzelne Schäden wie einragende Dichtungen und Querrisse auf.
Probleme bei Starkregen
Zudem habe sich in der Vergangenheit bei Starkregen mehrfach gezeigt, dass der Kanal unterdimensioniert sei. „Schachtdeckel haben sich bei Überstau in der Böschung gehoben“, heißt es von Verwaltungsseite.
Um künftig Überflutungen zu vermeiden, soll im Zuge der Sanierung zusätzlich auch ein Entlastungskanal gebaut werden.