Die Bürger wurden über die Planungen für ein mögliches Wärmenetz informiert. Foto: Störr

Durch Erneuerungen von Gebäuden in Steinach könnte fast die Hälfte des Wärmebedarfs eingespart werden.

Die kommunale Wärmeplanung für Steinach wurde im Sitzungssaal des Rathauses vorgestellt. Der Gemeinderat war bereits in der September-Sitzung über die Ziele und den dortigen Stand informiert worden. Jetzt erklärten die Projektleiter Nina Weiß und Marc Krecher seitens der Badenova Netze der Bevölkerung den aktuellen Stand.

 

„Die Gemeinde muss bis 2040 klimaneutral sein“, stieg Nina Weiß ein. Der Ist-Zustand des Wärmeverbrauchs und der Wärmeinfrastruktur sei erfasst, das Szenario bis 2040 entworfen und ein fünfpunktiger Maßnahmenkatalog erstellt worden. Der Anteil an erneuerbaren Energieträgern sei in der Gemeinde zwar schon groß, trotzdem gelte es noch mehr als 60 Prozent fossile Brennstoffe zu ersetzen.

Daten der Schornsteinfeger für Analyse wichtig

„Aus den Schornsteinfeger-Daten wissen wir, dass etwa 30 Prozent der Heizungen älter als 30 Jahre sind“, erklärte Weiß. Eine Vielzahl an Daten sei für die Ermittlung ausgewertet worden, wo Wärmenetze Sinn ergeben würden. „46 Prozent des Wärmebedarfs Steinachs könnten eingespart oder gesenkt werden, wenn alle Gebäude saniert würden“, betonte Weiß. Im Ortskern gebe es viele Ölheizungen und eine Mischstruktur in den Gebäuden, was durch unterschiedliche Nutzungszeiten und Gebäudegrößen ein Vorteil für ein Wärmenetz sei.

Welschensteinach sei bisher lediglich Prüfgebiet. Dort gebe es eventuell auch die Möglichkeit, Abwärme zu nutzen. Im Szenario bis 2040 sah Weiß einen sinkenden Erdgas- und Heizölanteil bei steigender Umweltwärmenutzung. Im Gesamten werde der Wärmebedarf auch durch energetische Sanierungen sinken. Auf der anderen Seite werde der Strombedarf durch zunehmende Wärmepumpen und die Elektromobilität steigen. „Aktuell wird durch die Windkraftanlagen vor Ort schon viel gedeckt“, bilanzierte Marc Krecher.

Fünf Maßnahmen wurden aufgezeigt, die in den kommenden fünf Jahren begonnen werden sollen. Bis Ende März soll die Wärmeplanung abgeschlossen sein und dem Rat zum Beschluss vorgelegt werden. Langfristig werde die Wärmeplanung fortgeschrieben.

Fragen der Besucher

Nur die Jahreserzeugung und somit keine Speicherkapazitäten für den Strom aus PV-Anlagen und Windenergie oder die Wasserkraft seien berücksichtigt worden, erklärte Krecher. „Wir haben unter anderem die Fakten des Verbrauchs, die Zahlen vom Landesamt für Statistik, die kommunalen Daten der Gebäude und ganz wichtig auch die Schornsteinfeger-Daten“, erklärte Krecher auf eine Frage zur Datenerhebung vor Ort. Ob es Ideen gebe, mit welcher Energie geheizt werde? „Bisher ist alles vage“, so Krecher. Wärmepumpen könnten für die Grundlast zum Einsatz kommen, ein Holzkessel für die Spitzenlast und als letzte Absicherung Gas. Die Frage, ob das Schwimmbad, die Firma Paschal und das Wohngebiet aufgenommen wurden, verneinte Krecher.