Die Infoveranstaltung der Hausacher Verwaltung zur Sanierung und Neugestaltung der Ortsdurchfahrt stieß auf reges Interesse.
„Wir sind eine schmucke Stadt mit einer Durchgangsstraße“, stellte Bürgermeister Wolfgang Hermann gleich zu Beginn die Verhältnisse klar. Es habe einiges an Überzeugungsarbeit gebraucht, um mit dem Regierungspräsidium Konsens darüber herzustellen, dass die Ortsdurchfahrt zwar für fünf Tage Tunnelsperrung im Jahr genutzt werden muss, für die übrigen 360 Tage aber die Innenstadt über eine Länge von 2,5 Kilometer (im Zentrum über 750 Meter) wieder in einen lebenswerten Zustand zurückgebaut werden müsse.
Baukosten betragen 5,5 Millionen Euro
Planer Dietmar Ribar stellte in einem gut einstündigen Vortrag den Stand der Überlegungen ausgehend vom Kreisel im Westen bis zum Anschluss an die Bundesstraßen im Osten vor. Bürgermeister und Planer zeigten sich zuversichtlich, dass über die bereits zugesagten 1,24 Millionen Fördersumme hinaus weitere Fördertöpfe bereitstehen werden, um die veranschlagten Baukosten von circa 5,5 Millionen Euro zu finanzieren.
Auch wenn aktuell dafür noch hinsichtlich der Dokumentation der durch den Schwerlastverkehr während der Tunnelsperrung verursachten Schäden an Fahrrinnen, Wasserabläufen oder Gehwegen arbeitsreiche Einzelanträge gefordert würden.
Das Regierungspräsidium habe signalisiert, dass die von der Stadt gewünschte durchgängige Asphaltierung der Ortsdurchfahrt genehmigungsfähig sei. Diskussionsbedarf gebe es noch bei den von der Stadt gewünschten Neugestaltungen wie Querungshilfen oder dem geplanten „Minikreisel“ an der Einmündung der Einbacher Straße. Mit dem neuen Kreisel (und drei Querungshilfen an den drei vom Kreisel ausgehenden Straßenästen) soll das gewünschte optische Eingangsportal für das Hausacher Zentrum realisiert werden, die Straßenbreite gebe dies auf alle Fälle her, wenn auf ein schmales Stück Grünanlage verzichtet werde.
Den Gastwirtschaften unter der Burg soll im Zuge der Umgestaltung mehr Straßenfläche für die Außengastronomie angeboten werden, hierfür würden auf der gegenüberliegenden Seite zwei Längsparkplätze geopfert. Dies wäre auch der einzige Parkplatzverlust, danach habe Hausach immer noch circa 600 Parkplätze, so Hermann. Die übrigen Längsparkplätze in der Hauptstraße würden im Zuge der Verminderung der Straßenbreite von zwei Metern auf 2,30 Meter verbreitert, für eine durchgängige Fahrradspur sei die Hausacher Ortsdurchfahrt aber an vielen Stellen schlicht zu schmal, da dafür eine Mindestbreite von 8,50 Meter verlangt werde. Für den zentralen Bereich sei ohnehin Tempo 20 angedacht, bei diesem Tempo müsse es möglich sein, dass sich PKW, LKW, Fahrräder und E-Scooter den Verkehrsraum Straße unter gegenseitiger Rücksichtnahme teilten.
Augenmerk auf Bereich vor der Schule
Besonderes Augenmerk hatte der Arbeitskreis aus Planern, Stadtverwaltung und Bürgern auf den Bereich vor der Kirche, vor der Graf-Heinrich-Schule und den Busbahnhof beziehungsweise die Laufwege der Schüler vom Bahnhof gelegt.
Die beiden schattenspendenden Linden vor der Kirche sollen erhalten bleiben, die Stadt hatte eigens dazu ein zweites Gutachten beauftragt, in welchem mittels „Schalltomografie“ die Vitalität der Bäume festgestellt wurde.
Schattenspendende Bäume sollen auch den Bereich vor der Graf-Heinrich-Schule aufwerten, in diesem Bereich soll eine Querungshilfe zusätzlich zur vorhandenen Fußgängerampel für Sicherheit sorgen. Auch die von der Verkehrspolizei immer wieder monierten „Laufwege“ der Schüler von der Bahnunterführung hinüber zum Schulcampus habe man im Blick, hier müsse jedoch die Erneuerung der Eisenbahnbrücke und der daraus resultierende Umleitungsverkehr für LKW ins Industriegebiet abgewartet werden. Unter einem vergleichbaren zeitlichen Vorbehalt stünde auch der Mini-Kreisel Einbachstraße, hier soll erst gebaut werden, wenn die LKW-Verkehre aus dem Neubaugebiet „Kreuzberg“ erfolgt seien. Noch für 2025 sei hingegen der Umbau beziehungsweise Rückbau des „Dorf“-Kreisels im Hausacher Westen geplant, die Tage dieses Kuriosums als wohl einzigen „Halbkreisels“ Deutschlands seien gezählt.
Fragen des Publikums
Im Anschluss an die Vorstellung der Pläne wurden noch einige Fragen aus dem Publikum gestellt, wobei einmal mehr die aktuelle Unzufriedenheit mit der „Mischnutzung“ der breiten Gehwege durch Radfahrer geäußert wurde. Ein Fragesteller wünschte sich ausdrücklich weitere Verschattung durch Straßenbäume in der Eisenbahnstraße auf dem Weg von und zum Bahnhof, Hermann zeigte sich offen dafür, an dieser Stelle weitere Parkplätze mit Bäumen zu ersetzen.