Wird es in Weilersbach in nächster Zeit eine Nachbarschaftshilfe geben? In vielen VS-Ortsteilen gibt es dieses Angebot bereits.
In der Sitzung des Ortschaftsrats weckte Susanne Maier von der Altenhilfepflege im Landratsamt das Interesse an einer bürgerschaftlichen Nachbarschaftshilfe in Weilersbach.
Im Hinblick auf den zunehmenden Fachkräftemangel und der damit verbundenen Überlastung der professionellen Dienste sichert sie Weilersbach die volle Unterstützung zu.
„Es ist wichtig, sich jetzt dafür einzusetzen. Der Sozialstaat stößt an seine Grenzen und Geld alleine löst das Problem nicht, wenn die Fachkräfte fehlen“, sprach sie einleitend, dass sich im Landkreis kontinuierlich mehr Kommunen für diesen Weg entscheiden. Maier informierte über die unterschiedlichen Arten der Nachbarschaftshilfe, die sich von professionellen Anbietern wie etwa Caritas, Malteser oder Diakonie über haushaltsnahe Serviceleistungen bis hin zum bürgerschaftlichen Engagement erstrecken.
Bereits in vielen VS-Ortsteilen
Letztere ist für Weilersbach von Interesse und wird in VS mit Erfolg in ähnlicher Form bereits in den Ortsteilen Pfaffenweiler, Marbach, Tannheim, Rietheim und Obereschach praktiziert. Maier informierte, dass bürgerschaftliche Nachbarschaftshilfe viel damit zu tun hat, Beziehungen zwischen den Pflegekräften und den Pflegebedürftigen aufzubauen und zu gestalten, da die Betreuung und Unterstützung ihren Schwerpunkt im häuslichen Umfeld hat.
„Bürgerschaftliche Nachbarschaftshilfe tut all das, was ein guter Nachbar auch machen würde“, fasste Maier das Aufgabenspektrum einer Pflegekraft zusammen. Es muss gemeinsam funktionieren, weshalb die Unterstützung im Bereich der Hauswirtschaft nicht mehr als die Hälfte der Zeit betragen sollte. Beispielsweise zählte sie die gemeinsame Freizeitgestaltung ebenso dazu wie die Kinderbetreuung. Sie zeigte auf, dass der Bedarf bürgerschaftlicher Nachbarschaftshilfe in allen Altersgruppen bestehen kann und sich nicht nur auf die ältere Generation beschränkt.
Wie groß ist das Interesse?
Maier skizzierte, dass vor dem Start einer organisierten Nachbarschaftshilfe diverse Vorbedingungen wie etwa die Vereinsgründung, die Klärung des Versicherungsschutzes oder eine zeitnahe Anerkennung als Betreuungsangebot stehen. Vordringlich ist indes herauszufinden, wie groß das Interesse an bürgerschaftlichem Engagement und eine Teilnahme an den von der Krankenkasse finanzierten Helferschulungen ist. „Es ist vorrangig in Info-Veranstaltungen herauszufinden, wie hoch das Interesse und der Bedarf an der Nachbarschaftshilfe vor Ort ist“, erläuterte Maier.
Schuler: Geduld erforderlich
Ortsvorsteherin Yvonne Schuler ergänzte, dass die Gründung einer bürgerschaftlichen Nachbarschaftshilfe Geduld erfordert. „Es muss uns klar sein, dass eine Menge Vorarbeit notwendig ist“, kalkulierte sie mit einer Vorlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Ratsmitglied Christoph Stern erkundigt sich nach der Höhe des erforderlichen zeitlichen Aufwands. Uwe Strohm appellierte, ausreichend Zeit zu investieren, um mit einer Aufwandsentschädigung vergütete Nachbarschaftshilfe ins Rollen zu bringen.
„Das Thema wird uns in Zukunft weiter beschäftigen“, ergänzte Yvonne Schuler. Mit einem Lächeln räumte sie umgehend mit dem Gerücht auf, der neu gegründete Landfrauenverein könnte die Nachbarschaftshilfe übernehmen.