Der Verkehrssicherungshieb im Bereich „Schachen“ wegen des geplanten Ausbaus der Kreisstraße und Neubau eines Radwegs lässt den Gewinn im Forstwirtschaftsjahr 2026 schmälern. Foto: Herzog

Der Gemeindewald Aichhalden soll im Forstwirtschaftsjahr 2026 einen Gewinn von 16 600 Euro abwerfen. Von einem Sonderhieb hält Bürgermeister Michael Lehrer nichts.

In der Sitzung des Gemeinderats stellte Revierförster Christoph Eberle den Forstwirtschaftsplan für das Haushaltsjahr 2026 vor. Bei einer vom Forstamt vorgeschlagenen Einschlagsmenge von 1040 Festmetern, die alle gängigen Sortimente wie Stammholz, Palettenholz und Industrieholz enthalten soll, wird mit einem Holzerlös von rund 78 000 Euro gerechnet. Dabei wird Eberle zufolge ein Durchschnittspreis von 75 Euro je Festmeter zugrunde gelegt. „Das ist vorsichtig kalkuliert. Derzeit liegt der Holzpreis im Schnitt bei rund 80 Euro. Er könnte in 2026 auch wieder etwas schlechter sein“, blieb der Revierförster zurückhaltend.

 

Verbleibender Überschuss

Abzüglich der Kosten für die Holzernte von rund 35 000 Euro, Verkehrssicherung (15 000 Euro), Verwaltungskosten (10 300 Euro), Jungbestandspflege (5000 Euro) und Kultursicherung (1500 Euro) verbleibt ein Überschuss von 16 600 Euro. Bürgermeister Michael Lehrer hatte mitgerechnet: „Wenn man die Ausgaben den Einnahmen der Holzerlöse gegenüberstellt, kommen wir auf einen Festmeterpreis von rund 16,50 Euro. Ist das realistisch?“, wollte Lehrer von Eberle wissen. Nach Auskunft des Revierförsters steht der Wald in Aichhalden gut da. Es gebe ein paar Pflanzflächen, die gepflegt werden müssten. In den vergangenen Jahren sei man am Käferholz sehr gut vorbeigekommen und habe stets ein Plus zwischen 15 000 Euro und 25 000 Euro erwirtschaftet. „Ohne den Verkehrssicherungshieb im Gewann Schachen aufgrund des Radwegbaus und der Straßenerneuerung könnten wir für 2026 mit einem Überschuss von etwa 30 000 Euro rechnen“, erläuterte Eberle.

Anlässlich des derzeit guten Holzpreises riet der Bürgermeister von einem Sonderhieb von rund 1000 Festmetern ab. „Das könnten wir tun. Wir werden damit aber nicht unseren Haushalt sanieren“, räumte Lehrer ein. Auskunft gab Eberle auch über das wieder anstehende Forsteinrichtungswerk für die nächsten zehn Jahre. Hierzu werde ein Einrichter mit ihm durch den Wald gehen und die Holzflächen besichtigen. Danach werde ein Plan erstellt und ein neuer Hiebsatz festgelegt. „Ich bringe die Erfahrung vor Ort mit ein und gehe davon aus, dass der neue Hiebsatz etwas höher liegt als der bisherige von 1040 Festmeter“, blickte der Waldexperte voraus. Er teile jedoch nicht die Ansicht des Forstamts, wonach ein lichterer Wald sicherer gegen Stürme sei. Die Vorgabe der Einschlagsmenge sei nur eine Empfehlung, letztlich entscheide der Waldbesitzer.

„Das heißt, der Hiebsatz kann auf Wunsch des Waldeigentümers auch leicht nach oben gehen“, informierte Eberle. Rat Manfred Moosmann verwies auf Eschenbäume entlang der Straße nach dem Bauunternehmen Müller in Rötenberg, die seiner Ansicht nach nicht mehr ganz verkehrssicher sind. Nach Eberles Kenntnis gehörten diese Bäume der Kommune. Es sei aber auch ein privater Besitz möglich, weshalb dies geklärt werden müsse. Ein Beschluss über den Forstwirtschaftsplan fasst der Gemeinderat in der letzten Jahressitzung am 16. Dezember.