Die Gruppe der privaten Bestatter will sich in der Doppelgemeinde ansiedeln. Am 18. Februar gibt’s einen Infoabend.
Die Pläne einer Investorengruppe, in der Ortenau ein großes Krematorium zu erbauen, sorgte im vergangenen Jahr für viele Schlagzeilen und Unmut. Nachdem das Projekt in Ichenheim und Nonnenweier auf großen Gegenwind gestoßen war, bietet sich nun die Gemeinde Kappel-Grafenhausen als möglichen Standort an.
„Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, unsere Gemeinde als attraktiven Gewerbestandort zu positionieren“, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung. Im Rahmen der Vermarktung des Rhinova-Gewerbeparks ergebe sich die Möglichkeit, einen „krisensicheren Betrieb“ im Gewerbegebiet anzusiedeln. Bevor der Gemeinderat hierzu eine Entscheidung trifft und eine Änderung des Bebauungsplans für das betreffende Grundstück beraten wird, soll jedoch die Bürgerschaft einbezogen werden. Im Vordergrund soll dabei ein sachlicher, respektvoller Austausch zwischen den Bürgern, der Betreibergruppe und den Gremien stehen, heißt es weiter. Deshalb lädt die Verwaltung zu einer Informations- und Dialogveranstaltung am Mittwoch, 18. Februar, um 19 Uhr in die Halle in Grafenhausen ein. Ziel ist es, Bürgern die wesentlichen Informationen aus erster Hand zu geben und mit ins Gespräch zu kommen, so die Gemeinde.
Bürgermeister will konstruktiven Austausch mit Bürgern
„Ich versichere Ihnen: In dieser Angelegenheit sind bislang keine Entscheidungen getroffen worden. Für die Gemeinderäte und für mich persönlich sind Bürgernähe und Transparenz handlungsleitend. Ein respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander ist dabei für mich unverzichtbar“, richtet sich Bürgermeister Philipp Klotz in der Mitteilung an die Bevölkerung.
Die Betreibergruppe spricht bei dem Projekt von einem „Haus des Abschieds – Krematorium der Bestatter“. Rund 25 regionale Bestatter – unter Federführung der Familie Rottenecker (Bestattungen Bolz in Lahr mit Filialen in Ettenheim, Mahlberg, Kippenheim und Friesenheim) – möchten gemeinsam ein Krematorium in der Region betreiben. Das Gebäude soll von einem privaten Investor errichtet und anschließend langfristig an die Bestatter vermietet werden. Nach Angaben der Betreibergruppe ist vorgesehen, das Grundstück mit einem hochwertigen und architektonisch ansprechenden Gebäude zu bebauen. Etwa die Hälfte der Fläche soll bewusst unbebaut bleiben und den Hinterbliebenen als „Park der Ruhe“ zur Verfügung stehen.