Die Hilfsorganisation unterstützt seit mehr als einem halben Jahrhundert Frauen, bei denen staatliche Hilfen nicht ausreichen. Brigitte Mans informierte im Wolfacher Gemeindehaus über das Angebot und warb für mehr Sichtbarkeit.
Der Verein „Frauen in Not“besteht seit mehr als 50 Jahren. Ins Leben gerufen von den katholischen Frauen der Freiburger Erzdiözese ist das Netzwerk seit jeher eine Anlaufstelle für Frauen, die in Notlagen durch den Staat nicht ausreichend unterstützt werden können. Und damit ist der Verein auch einzigartig: In keinem anderen Bistum in Deutschland existiert eine Hilfsorganisation, die sich in dieser Art für Frauen einsetzt.
1973 gründete die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (KFD), anlässlich der Debatte um den Paragrafen 218, der Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellt, den Verein „Mütter in Not“. Mit der Zeit erkannte man, dass Themen wie Altersarmut oder häusliche Gewalt alle Frauen, nicht nur Mütter gefährden können, gab man sich einen anderen Namen. Brigitte Mans ist Mitglied der katholischen Frauen Appenweier und gleichzeitig ist sie die „Frauen in Not (FIN)“-Beauftragte für das Dekanat Offenburg-Kinzigtal und sitzt im Sozialausschuss der Erzdiözese. Am Samstagvormittag teilte sie bei einem gemeinsamen Frühstück im Wolfacher Gemeindehaus ihre Erfahrungen als FIN-Beauftragte mit den katholischen Frauen Wolfach/Halbmeil und stellte den Verein vor.
In den 20 Freiburger Dekanaten tragen 20 Beauftragte jährlich zwischen 70 und 80 Anträge zusammen, in diesem Jahr sind es im großen Offenburg-Kinzigtal Dekanat schon über sieben hilfsbedürftige Frauen. Der KFD ist es wichtig, sich mit jeder Frau, unabhängig ihres Lebensstils, ihrer Herkunft oder ihres Glaubens, zu solidarisieren und bietet in einem vergleichsweise unkomplizierten direkten Weg die Möglichkeit, im Falle einer Notlage, einen Antrag zu stellen – der in kurzer Zeit umgesetzt werden kann.
Hilfe für Frauen unabhängig der Konfession
Für die Antragstellerinnen gelten zwei Bedingungen: Erstens müssen alle möglichen staatlichen Hilfen ausgeschöpft oder versucht worden sein, und zweitens darf nur ein Antrag pro Person gestellt werden. Für jeden Antrag setzt der Verein ein Limit von maximal 1200 Euro, das sie an eine Frau ausgeben. Außerdem sollte die Ausgabe zweckgebunden sein. Mans nannte Beispiele wie einen plötzlich kaputten Kühlschrank, eine Mietkaution oder eine kaputte Brille.
Die Gelder stammen aus einem Spendentopf, der mittels der Erzdiözese zusammengetragen wird, in diesem Jahr stehen dem Dekanat maximal 4800 Euro zur Verfügung. Mans bat die Wolfacher Frauen, wachsam zu sein. Sollten sie von einer Situation mitbekommen, sei es wichtig, den Verein direkt zu kontaktieren, um dann in einem vertraulichen Gespräch mit der Frau über weitere Schritte zu sprechen. Genauso sei es wichtig, darüber zu informieren, dass es dieses Hilfsangebot in der Diözese gibt.
Hilfsorganisation hofft auf mehr Bekanntheit
Am Ende des Vormittags dankte Vorsitzende Daniela Decker Brigitte Mans für ihr Engagement. Den Wolfacherinnen war der Verein bisher nicht besonders geläufig, Decker versicherte Mans, im Namen aller knapp 40 Anwesenden, die Augen offen zu halten und den Verein wenn möglich, mit Spendenaktionen zu unterstützen.
Initiativen Unterstützen
Wer den KFD unterstützen möchte, findet im Internet unter www.kfd-freiburg.de weitere Infos. Über die Initiative „Wertvolle Zukunft“ kann auch an das Projekt „Frauen in Not“ gespendet werden. Weitere Hinweise finden sich auf der Internetseite der Organisation unter www.initiative-wertvolle-zukunft.de.