Informationen aus erster Hand, das Kennenlernen der Vorstandsmitglieder und einen offenen Austausch bot die erste Veranstaltung der Volksbank Nordschwarzwald zur geplanten Fusion mit der Volksbank im Kreis Freudenstadt.
Wolfgang Frey, Vorstandssprecher der Volksbank Nordschwarzwald, eröffnete die rund einstündige Informationsveranstaltung, zu der sich 236 Kunden und Mitglieder in der Festhalle Pfalzgrafenweiler versammelten. Auf der Agenda standen unter anderem das Bankenumfeld und die Historie, die Herausforderungen und Hintergründe der Fusion sowie die Eckdaten der geplanten neuen Bank.
Frey sprach zunächst über die Fusionen von angrenzenden Genossenschaftsbanken, die in den letzten Jahren stark an Fahrt aufgenommen haben und durch die Vergrößerungen ihre Dienstleistungen weiter ausbauen konnten. Mit der geplanten Fusion der Volksbank Nordschwarzwald und der Volksbank im Kreis Freudenstadt sollen Kräfte zu einer starken Basis gebündelt werden, um auch zukünftig stabil, widerstandsfähig, wettbewerbsfähig und erfolgreich zu bleiben.
Grund für die geplante Verschmelzung ist laut Frey, dass dadurch zeitintensive Doppelarbeiten entfallen und die freiwerdenden Ressourcen für Verbesserungen sowie für neue Themen und Projekte eingesetzt werden können.
Stärkere Spezialisierung
Das Kreditgeschäft solle wachsen und höhere Kreditvolumen sollen für einzelne Kreditnehmer möglich sein. Neben einer Festigung der Marktsituation ermögliche die neue Bankengröße eine stärkere Spezialisierung in einzelnen Segmenten, der gemeinsame Immobilienvertrieb soll ausgebaut, digitale Innovationen und moderne Dienstleistungen sollen besser umgesetzt und etabliert werden.
Ein Doppelsitz
Die geplante neue Bank soll „Volksbank Nordschwarzwald eG“ heißen mit einem Doppelsitz in Altensteig und in Freudenstadt sowie weiteren Verwaltungssitzen in Baiersbronn, Horb und Pfalzgrafenweiler. Übernehmende Bank ist aus Kostengründen die Volksbank im Kreis Freudenstadt mit dem höheren Immobilienbestand und dem größeren Kundenstamm. Die neue Bank soll von den drei Vorständen Stefan Waidelich, Vorstandssprecher, Martin Schmiederer und Tobias Burkhardt geleitet werden.
In dem mit zwölf Mitgliedern besetzten Aufsichtsrat werden acht aus der Volksbank im Kreis Freudenstadt und vier aus der Volksbank Nordschwarzwald vertreten sein. Wolfgang Frey wird dem neuen Vorstand für eine Übergangszeit als strategischer Berater zur Seite stehen.
Jürgen Frey, bisher Vorstand im Kreis Freudenstadt, wird Generalbevollmächtigter und Repräsentant für Baiersbronn. Die Vorstandskollegen aus Freudenstadt stellten sich den Kunden und Mitgliedern in der Festhalle vor.
Etwa 300 Mitarbeiter
Unter dem Motto „Allein sind wir stark, gemeinsam sind wir stärker“ wird durch die geplante Fusion eine Volksbank mit einer Bilanzsumme von rund zwei Milliarden Euro, einem betreuten Kundenvolumen in Höhe von rund vier Milliarden Euro, knapp 64 500 Kunden, über 30 000 Mitgliedern und ungefähr 300 Mitarbeitern entstehen.
Der Zusammenschluss umfasst fünf zentrale Hauptstellen in Altensteig, Baiersbronn, Freudenstadt, Horb und Pfalzgrafenweiler, neun Filialen in weiteren Orten und Stadtteilen sowie neun SB-Standorte. Kunden-Dialog-Center, Onlinebanking-Plattform und Videoberatung ergänzen das persönliche Angebot. Im Zusammenhang mit der Verschmelzung soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, Filialschließungen sind ebenfalls nicht vorgesehen, so Vorstand Martin Schmiederer.
Zeit für Fragen
Anschließend wurden Fragen der Kunden und Mitglieder beantwortet. Das Interesse lag dabei auf Themen rund um Konten, Mitgliedschaft und betragsmäßige Reduzierung bei den Geschäftsanteilen, aber auch auf der Vertreterversammlung und deren Wahl. Die Veranstaltung wurde vom Tennisclub Pfalzgrafenweiler bewirtet.
Die Änderungen und der Zeitplan
Was sich ändert
Ändern werden sich die Kontonummern der Kunden und die IBAN. Diese werden rechtzeitig vor der Umstellung mitgeteilt. Giro- und Kreditkarten bleiben bis zum Ablaufdatum weiterhin gültig und können wie gewohnt genutzt werden. Generalversammlungen wird es in der bisherigen Form nicht mehr geben. Die Mitbestimmung erfolgt durch gewählte Vertreter im Verhältnis 1:100 Mitglieder. Geschäftsanteile der bisherigen Volksbank Nordschwarzwald mit bisher 250 Euro werden auf fünf Anteile von jeweils 50 Euro umgestellt. Daueraufträge werden automatisch umgestellt.
Der Zeitplan
Der Zeitplan für die geplante Fusion sieht zunächst nach dem Auftakt in Pfalzgrafenweiler sechs weitere Informationsveranstaltungen vor: 13. Mai Altensteig, 15. Mai Simmersfeld und 16. Mai Tumlingen. Die Volksbank im Kreis Freudenstadt informierte am 7. Mai in Baiersbronn und dann noch am 8. Mai in Horb und am 12. Mai in Freudenstadt. Über den Zusammenschluss können die Mitglieder der bisherigen Volksbank Nordschwarzwald in der Generalversammlung am 23. Juli in der Festhalle Pfalzgrafenweiler abstimmen. Nach der Zustimmung der Vertreterversammlung am 29. Juli soll die technische Fusion gemeinsam mit dem Rechenzentrum Anfang November erfolgen.