Beim Medienelternabend am OHG erklärt Sebastian Eisele, wie Spieleindustrie, Werbung und digitale Reize Kinder beeinflussen – und warum Begleitung wichtiger ist als Verbote.
Sebastian Eisele, Lehrer am Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) und gleichzeitig Regioberater des Landesmedienzentrums, lud ans OHG zum Medienelternabend mit dem Schwerpunkt Gaming ein. Darüber informiert die Schule in einer Pressemitteilung.
Zu Beginn gab Eisele einen Überblick über interessante Daten: In Deutschland werden jährlich für Handyspiele Summen in einstelliger Milliardenhöhe ausgegeben. Der Umsatz, den die Spielindustrie erwirtschaftet, ist höher als der Umsatz, der mit Filmen und Serien erzielt wird. Außerdem zeigen Studien, dass Jungs zeitlich gesehen fast doppelt so viel Zeit mit Onlinespielen verbringen als Mädchen.
Eisele betonte die Grundsätze in der Erziehung im Umgang mit digitalen Medien, die Teil der Welt der Kinder seien. Statt das Spielen mit radikalen Verboten ganz zu verhindern, sollten Eltern ihr Kind in ihrem Spielverhalten begleiten nach dem Motto „Nimm mich mit in deine Welt“. Im aktiven Austausch hätten sie so teil an der digitalen Welt der Kinder und blieben im Gespräch mit ihrem Kind. Des Weiteren sei es wichtig Vorbild zu sein und sein eigenes Verhalten mit digitalen Medien zu überdenken.
Den Überblick behalten
Wichtig sei, dass Eltern den Überblick behalten über verwendete Apps, sowie Datenschutz-Einstellungen. Man sollte richtige Handyeinstellungen und -sperren kennen, die Medien kindersicher machen und somit verhindern, dass Kinder an Gewalt- und pornographische Darstellungen gelangen und davon traumatisiert werden. Im Verlauf des Abends wurden bekannt digitale Spiele genannt und deren Inhalte erläutert und pädagogisch eingeschätzt.
Sebastian Eisele klärte auf über die Dopaminausschüttung beim Zocken und deren Suchtgefahr und die gezielte Vorgehensweise von Werbung während des Spielens für teure Upgradeversionen.
Eisele stellt die Selbstkontrolle in Frage, die man von begeisterten Kindern erwarten kann und klärte auf über die konkreten Gefahren und Manipulationsstrategien der Spieleindustrie, die Kinder noch nicht selbst erkennen können.
Als wertvollen Ratgeber für Onlinespiele nannte der Referent die Internetseite „Spieleratgeber NRW“.