In der Nähe des Freibads besteht eine erhöhte Gefahr wegen eines „FSME-Naturherds“. Im Freibad selbst weist das Gesundheitsamt kein erhöhtes Risiko aus.Foto: Axel Wegner Foto:  

Eine Feldstudie brachte in Tennenbronn einen „FSME-Naturherd“ bei der Kneippanlage zutage. Im nahe gelegenen Freibad besteht laut Gesundheitsamt kein erhöhtes Infektionsrisiko.

Hintergrund des „FSME-Naturherd“-Fundes bei der Kneippanlage ist eine Feldstudie des Gesundheitsamts Rottweil und des Landesgesundheitsamts in Sachen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im Landkreis. Systematisch wurden Zecken eingesammelt, gezielt an jenen Stellen, wo bereits mehrfach FSME-Fälle aufgetreten waren. Bei der Kneippanlage wurden zwei Zecken mit einer erhöhten FSME-Viruslast identifiziert.

 

Neu ist die Gefahr durch Zecken im Landkreis Rottweil nicht, denn er gilt schon seit mehr als zehn Jahren als FSME-Risikogebiet.

Nina Neißner zusammen mit Rainer Oehme bei der Arbeit. Foto: Schmider

Bundesweit stuft das Robert-Koch-Institut derzeit 185 Landkreise und kreisfreie Städte als entsprechende Risikogebiete ein – hier ist die Gefahr, sich mit der FSME zu infizieren, insgesamt höher. Deshalb setzen die Behörden schon seit Jahren auf Aufklärung in Sachen Zecken. Rund um die Kneippanlage wird die Stadt Schramberg in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt nun gezielt mit Schildern aufklären. Ziel ist es, Besucher vor Ort über Zecken, mögliche Risiken und geeignete Schutzmaßnahmen zu informieren.

Aufmerksamkeit in Natur

Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion. Dennoch empfiehlt das Gesundheitsamt, bei Aufenthalten in der Natur aufmerksam zu sein. Denn richtiges Verhalten kann das Risiko eines Zeckenstichs und die damit mögliche Übertragung einer FSME oder anderen Erregern verringern.

Schützende Impfung

Eine Schutzimpfung kann vor FSME schützen. Sie wird besonders Menschen empfohlen, die in Risikogebieten – wie dem Landkreis Rottweil – leben und sich häufig in der Natur aufhalten.

Mit den weißen Tüchern wischen die Helfer durchs Gras und durch den Wald, dann werden die Zecken mit der Pinzette von den Tüchern gesammelt. Foto: Schmider

Für einen vollständigen Schutz sind drei Impfungen sowie alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischimpfung notwendig. Lange Hosen, feste Schuhe und langärmelige Kleidung reduzieren das Stich-Risiko bei Aufenthalten im Wald, in Wiesen oder im hohen Gras.

Mit der Pinzette werden die Zecken dann in die beschrifteten Röhrchen gesteckt. Foto: Schmider

Spezielle Sprays können zwar Zecken fernhalten, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz. Zusätzlich gilt, aufmerksam zu bleiben und Zecken schnell von der Kleidung oder der Haut zu entfernen – dazu gehört, den Körper nach dem Aufenthalt in der Natur abzusuchen.