Zwei Striche: Der Corona-Test ist positiv. Kommt das noch häufig vor? Foto: © okrasiuk - stock.adobe.com

Der Beginn der Corona-Pandemie ist schon vier Jahre her. Die Erkrankung ist geblieben – auch wenn das Virus mittlerweile beinahe vollständig aus dem öffentlichen Diskurs verschwunden ist. Doch wie ist die momentane Corona-Lage? Wir fragen nach.

Sporadisch macht die Nachricht bereits seit einigen Wochen immer wieder die Runde: Die Zahl der Corona-Fälle steige an. Erinnerungen an die Pandemie werden heraufbeschworen.

 

Aber gilt das auch für die Region? Fest steht: Nicht nur im Winter machen Atemwegserkrankungen die Runde.

„Übliches Infektniveau“

Im Kreis Calw entspricht die Situation in den Praxen „dem in dieser Zeit üblichen Infektniveau“, so Adrian Hettwer, Allgemeinmediziner und stellvertretender Vorsitzender der Kreisärzteschaft. Dabei handele es sich größtenteils um „Rhino-, RS-, Influenza- und SARS-Viren sowie bakterielle Erreger“. Schwere Fälle gebe es hingegen nicht.

Der Umgang mit Corona, so erklärt die Pressestelle des Klinikverbunds Südwest (KVSW) auf Anfrage, habe sich mittlerweile ganz generell „im Klinikalltag routiniert“ und der Infekt sei nur eine von diversen in Kliniken behandelten Infektionskrankheiten.

Auf die Frage, wie viele Corona-Fälle momentan bekannt sind, erklärt der Klinikverbund, dass eine „verlässliche Fallzahl in der Bevölkerung“ nicht genannt werden könne, „da kaum noch getestet wird“.

Selbst in den Kliniken würden Patienten „lediglich bei konkretem Verdacht auf eine infektiöse Atemwegserkrankung sowohl auf Corona, Influenza (Grippe) oder RSV getestet, damit dementsprechend isoliert und therapiert werden kann“.

Im Juli seien im gesamten Klinikverbund Südwest insgesamt 46 Patienten mit Corona-Infektionen behandelt worden, im August etwas mehr als 50 Patienten. Im Juni seien es dagegen noch 15 Patienten gewesen. „Damit steigen die Zahlen über die letzten Wochen etwas an“, lässt die Pressestelle verlauten.

Im Landkreis Calw liegt die Zahl der Neuinfektionen (7-Tage-Inzidenz) bei 2,5 Fälle pro 100 000 Einwohner (Stand 22. August), weiß Hettwer.

Schwere Verläufe einer Corona-Infektion sind selten geworden. Hettwer kann dazu sagen, dass es in seiner Praxis derzeit keine gebe. „Auch in den Krankenhäusern des Landkreises werden aktuell keine Patienten mit einer Corona-Infektion intensivmedizinisch behandelt beziehungsweise beatmet“.

Er verweist zudem auf die Möglichkeit einer Impfung gegen Corona.

Exotische Krankheiten

Auch der Klinikverbund Südwest berichtet, dass die Fallschwere in den Kliniken abnehme. Wenngleich es „natürlich weiterhin schwere Verläufe“ gebe.

„Nach Einschätzung der Experten werden wir – wie auch bei Influenza oder RSV – auch bei den Corona-Fallzahlen immer wieder über das Jahr verteilt Anstiege beobachten“, weiß die Pressestelle des Klinikverbundes mitzuteilen.

Bezüglich sommerlichen Urlaubsrückkehrer erwartet Hettwer „Magen-Darm-Infektionen, grippale Infekte, Erkältungs- und Hautkrankheiten“. Darüber hinaus kämen aus „fernen und exotischen Ländern Erkrankungen wie Malaria, Denguefieber, Typhus, Gelbfieber und Bilharziose“.

Der Allgemeinmediziner weist darauf hin, dass bei Krankheitssymptomen ein Arzt aufzusuchen sei – gerade nach Urlaubsrückkehr.

„Ob und wie sich die Urlaubszeit auf die Fallzahlen (von Corona-Erkrankungen, Anm. d. Red.) in den Kliniken auswirkt, wird man abwarten müssen“, zieht der KVSW das Resümee.