Was tut sich auf der Fläche des geplanten Baugebiets "Höhe 1"? Darum ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Foto: Görz

Zwei Jahre lang war kein Fortschritt beim Industriegebiet "Höhe 1" zu sehen, und immer noch gibt es keine klare Aussage zum Baubeginn – obwohl bereits ein Investor gefunden wurde. Der Gemeinderat Alpirsbach diskutierte das Thema in seiner jüngsten Sitzung kontrovers.

Alpirsbach-Peterzell - Das geplante Industriegebiet liegt nordöstlich von Peterzell und umfasst eine Fläche von 9,3 Hektar. Dort sind Mischbauflächen vorgesehen. Das Baugebiet soll über den Kreisverkehr dort erschlossen werden. Im August 2020 hatte Diplom-Ingenieurin Christiane Knauf von der Kommunalentwicklung (KE) einen Bebauungsplan für das Baugebiet vorgelegt (wir berichteten).

Dirk Mauritz von KE sagte nun, man sei auf einem guten Weg. Ein Investor sei gefunden, der einen großen Teil der Fläche erwerben wolle. Auch gebe es weitere Anfragen von anderen Investoren. Die Stadt, so Bürgermeister Michael Pfaff, wolle das Gebiet wegen der großen Nachfrage vergrößern und weitere Flächen kaufen.

Anita Frank (Fraktion Frauenliste/SPD/Grüne) sagte, dass dort ein Auflieger stehe mit dem Hinweis, dass der Baubeginn 2022 sei. "Hier wird auf  28 000 Quadratmetern gebaut", ist einem großen gelben Plakat darauf zu entnehmen. Einzelhandel- und Lebensmittelgeschäfte, eine Tankstelle mit Shop und Waschanlage, ein Backshop und ein Restaurant sollen dort laut Plakat gebaut werden. Eigentlich, so Frank, sei der Baustart aber schon für 2021 vorgesehen gewesen.

Hermann und Dehm fordern regelmäßige Informationen

Dirk Mauritz sagte aber, dass der Hinweis auf dem Plakat nicht stimme. Eine Formulierung wie "Baubeginn demnächst" wäre richtiger gewesen. Zwar seien die Planungen schon weit fortgeschritten, aber Baubeginn 2023 sei wahrscheinlicher. Aber mit Baubeginn könnten durchaus auch nur die Erschließungsmaßnahmen gemeint sein.

Seit mehr als zwei Jahren laufen die Planungen, echauffierte sich Joachim Hermann (ZfA). "Wenn ein Investor sich einbringt, will er ja alsbald mit der Planung beginnen. Ich möchte von Ihnen eine zeitlich konkrete Aussage", forderte er.

Mauritz entgegnete, dass sich Verzögerungen durch den Naturschutz ergeben hätten. Die Rede sei von fast einem ganzen Jahr. Dies ließ Hermann nicht gelten. Die Gemeinderäte würden schließlich von der Bevölkerung gefragt, warum seit Jahren nichts passiere. Er wolle nun vierteljährlich einen Bericht zum Sachstand.

Das wiederum war keine Option für Mauritz. Dann müsste er über alle Besprechungen berichten, was seiner Meinung nach nicht zielführend sei.

In die gleiche Richtung ging die Wortmeldung von Hans-Dieter Rehm (UBL). Er zeigte sich mit dem Ablauf und den gelieferten Informationen unzufrieden. Auch er forderte feste Termine. "Wann wird der Bebauungsplan hier vorgestellt? Wann wird die Erschließung begonnen und welche Firma macht diese? Die KE wurde von uns beauftragt und wird von uns bezahlt. Das bisherige Ergebnis ist für mich keine Basis für eine Zusammenarbeit", sagte er.

Auch Carl Glauner (ZfA) bezeichnete das Verfahren als sehr mühsam. Er forderte einen Tätigkeitsbericht darüber, was erledigt und was noch zu tun ist. Er verlangte von der Verwaltung, die Zusammenarbeit mit der KE rechtlich zu überprüfen und verlangte Zahlen, Daten und Fakten zu kommentieren und diese der Öffentlichkeit zu kommunizieren.

Bürgermeister Pfaff stellte abschließend fest, dass es zwischen der Verwaltung und der KE eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gebe.

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