Rottweil benötigt ein neues Gewerbegebiet, um Unternehmen Grundstücke anbieten zu können. Die Stadt hat bereits eine Fläche im Visier – die dürfte überraschen.
Die Stadt braucht Platz für neue Unternehmen oder bereits ansässige, die sich vergrößern möchten. In den beiden großen Gewerbegebieten „Berner Feld“ und „Saline“ geht das nicht mehr. Die Flächen dort sind ausgereizt. Doch, wo gibt es adäquates Neuland?
Die Verwaltung berichtet in der Vorlage zur Sitzung des Umwelt- Bau und Verkehrsausschusses am Mittwoch, 11. März, ab 17 Uhr im Neuen Rathaus, von einem gewissen Nachfragedruck. Man wolle eine Abwanderung expansionswilliger Firmen verhindern und ansiedlungswilligen Unternehmen attraktive Grundstücke bieten. Deshalb komme man um die Entwicklung weiterer Gewerbeflächen nicht herum.
Eine Prognose bis zum Jahr 2035 sehe ein „deutliches Flächendefizit von 23 Hektar“. Dieses Defizit mache zum einen eine Aktivierung bestehender Grundstückspotenziale im Innenbereich, zum anderen aber auch die Erschließung eines Gewerbegebiets erforderlich.
Zwischen B14 und B27
Im Visier für eine solche Erschließung hat die Stadt das Gewann Buck. Die Fläche – etwa 8,5 Hektar groß – liegt geschickt hinter der Saline zwischen der B14 und der B27, ist bereits über die Rheinwaldstraße angebunden und im Flächennutzungsplan berücksichtigt.
Der überwiegende Teil der Flächen sei noch in privatem Besitz und werde aktuell landwirtschaftlich genutzt. Im Osten nutzt der Bauhof bereits ein angrenzendes Grundstück. Parallel zum Bebauungsplanverfahren, um das es am Mittwoch in der Sitzung des UBV geht, soll der Ankauf vollzogen werden, beziehungsweise ein Umlegungsverfahren – also die Neuordnung von Flächen – stattfinden.
Ein hin und her
Die Sache mit dem Flächennutzungsplan ist deshalb wichtig, weil die Stadt 2023 bereits vorgesehene Erweiterungsflächen – Berner Feld Nord mit fünf Hektar und Stallberg mit 8,2 Hektar – aufgrund damals aktueller Zahlen des Statistischen Landesamtes streichen musste.
Weil die Bevölkerung langsamer wachse, als vorhergesagt musste Rottweil für die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans Entwicklungsflächen sowohl bei den Baugebieten als auch bei den Gewerbegebieten kürzen. Nun – drei Jahre später – werden neue Flächen dringend gebraucht.