Pater Joji Mathew (42) tritt am Sonntag seine neue Pfarrstelle in der katholischen Seelsorgeeinheit Waldachtal/Pfalzgrafenweiler an. Foto: Walter Maier

Pater Joji Mathew wird neuer Pfarrer in der katholischen Seelsorgeeinheit Waldachtal/Pfalzgrafenweiler.

Die Amtseinsetzung erfolgt im Rahmen einer feierlichen Messfeier am Sonntag, 1. Juni, um 16 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in Lützenhardt. Der Beauftragungsgottesdienst, wie es bei einem Ordens-Geistlichen statt Investitur offiziell heißt, wird musikalisch vom Kirchenchor Salzstetten unter Leitung von Christoph Schmitz mitgestaltet, unterstützt von Vokalisten des Lützenhardter Chors „Laudate“. Grußworte werden in der Kirche ermöglicht. Anschließend sind alle zu einem Stehempfang in das katholische Gemeindezentrum eingeladen.

 

Der 42-jährige Priester freut sich auf seine neue Aufgabe: „Ich bin Seelsorger, aber ich bin ein Diener in der Gemeinde. Alle sind wichtig für mich.“ Er sei kein Einzelkämpfer, sondern wolle im Team aller Gläubigen wirken. „Ich bin hier, um anderen zu helfen. Ich möchte wie Jesus dienen und zusammen wachsen im Glauben.“ Zuerst wolle er zuhören und dann zusammen Lösungen finden. Er wolle nicht am Schreibtisch festkleben, sondern die Menschen und Familien besuchen. „Ich will im Leben zeigen und vorleben, dass ich ein Christ bin.“

Den Rosenkranz bete er im Auto

Er halte viel von Ritualen, in denen die Menschen Halt finden. Er verriet, dass er oft den Rosenkranz bete, wenn er mit dem Auto unterwegs ist. „Linsen mit Spätzle ist inzwischen mein Lieblingsgericht“, erzählt der sympathische Inder freudestrahlend. Soll heißen: Er ist im Schwäbischen angekommen. Positives Denken bestimme seinen Lebensrhythmus.

Pater Joji Mathew ist in einem Dorf in Indien zusammen mit zwei Brüdern, von denen schon einer im Alter von 35 Jahren gestorben ist, und einer Schwester, einer Ordensschwester, aufgewachsen. Seine Muttersprache ist Malayalam. In Indien gebe es mehr als 30 Sprachen und mehr als 2000 Dialekte. Ursprünglich wollte er Soldat werden, lernte aber ein Priesterseminar kennen: „Mein Herz ist da geblieben.“ Von vier Kandidaten sind vier Priester geworden.

Pfarrvikar in Rosenstein/Ostalb

Mathew ist Mitglied der Ordensgemeinschaft „Little Flower Congregation“ (CST), der Gemeinschaft der „Kleinen Heiligen Theresia vom Kinde Jesu“. Seit 2015 war der Inder als Pfarrvikar in der katholischen Seelsorgeeinheit Rosenstein/Ostalb tätig. „Es war nun an der Zeit, den Schritt zu wagen, eigenständig eine Gemeinde zu übernehmen.“ Nachdem er verschiedene vakante Pfarrstellen anschaute, so berichtet er, habe er sich in die Gegend im Waldachtal „verliebt“. „Auch Personen, denen ich bei meinem Ortsrundgang begegnet bin, waren herzlich und sehr freundlich.“ So denke er: „Ich bin in Waldachtal und Pfalzgrafenweiler auch als Mensch gut aufgehoben.“ Der 42-jährige Ordensgeistliche will Priester sein und Christsein mit den Menschen leben: „Ich möchte die mir anvertrauten Menschen begleiten und zwar in Freud und Leid.“

Joji Mathew

Zur Person
Pater Joji Mathew wurde 1983 in Eruvatty im indischen Bundesstaat Kerala geboren und gehört dem Orden der Gemeinschaft der kleinen Theresia vom Kinde Jesu an, der „Little Flower Congregation“ (CST). Er wurde 2011 zum Priester geweiht und kam vor elf Jahren nach Deutschland in die Diözese Rottenburg-Stuttgart. Zur Einführung war er zwei Jahre als Pfarrvikar in Tuttlingen. Seit November 2015 arbeitete er als Pfarrvikar in der Seelsorgeeinheit Rosenstein im Dekanat Schwäbisch Gmünd, in den Orten Heubach, Böbingen und Mögglingen. Seine neue Katholische Seelsorgeeinheit im Waldachtal freut sich: „Wir bitten um das Gebet für Pater Joji und für ein gutes zukünftiges Miteinander im Dienst an Gott und den Menschen.“ Am Sonntag, 1. Juni, feiert er um 16 Uhr seine erste Heilige Messe mit der Gemeinde um 16 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche Lützenhardt. Anschließend ist Gelegenheit, den neuen Seelsorger kennenzulernen. wm