Zum Jahresbeginn 2026 stehen die beiden städtischen Kindertagesstätten in Tannheim und Rietheim ohne Leitung da.
Kitaleiter Mario Kälble und seine Stellvertreterin Ilse Steiner kündigten ihre Arbeitsverträge.
Nach nur sechs Monaten verlässt Kälble Villingen-Schwenningen. Über die Hintergründe für die nur sehr kurze Zeit in Rietheim und Tannheim wollte der scheidende Kitaleiter gegenüber unserer Redaktion keine Angaben machen.
In einem kurzen Telefongespräch hegte er Bedenken, dass die Stadt wohl „nicht gut auf ihn zu sprechen sei“. Denn zeitgleich verlässt auch die stellvertretende Kita-Leiterin Ilse Steiner die städtischen Kitas.
Ein Zusammenhang?
Dass es zwischen beiden Kündigungen einen Zusammenhang gibt, verneint die Pressestelle der Stadt: „Beide Personen werden unabhängig voneinander einen neuen beruflichen Weg einschlagen“, so Madlen Falke. Beide Stellen würden in Kürze zunächst intern ausgeschrieben. Falls die Vakanzen intern nicht besetzt werden können, werden sie umgehend extern ausgeschrieben.
Die Leitung der beiden Einrichtungen wird für den Übergang von Jana Metzger vom Amt für Kindertageseinrichtungen (KTE) übernommen. Metzger, die für das Sachgebiet Villingen zuständig ist, wird dabei in engem Austausch mit festen Ansprechpartnern in beiden Kitas stehen.
Mann als Kita-Leiter
Mit Mario Kälble verliert die Stadt einen Kita-Leiter, der sein Metier von der Pike auf erlernt hat. Er startete 2012 eine Ausbildung als Kinderpfleger in Ehingen (Donau)/Alb-Donau-Kreis. Kälble bildete sich über den zweiten Bildungsweg weiter und studierte. Er trat 2018 seine erste Stelle als Erzieher in einem Kinderhaus an, ebenfalls in Ehingen. 2021 übernahm er dort dessen Leitung.
Die nächste berufliche Station war die Leitung einer Kita ab Frühjahr 2022 in Schemmerhofen im Landkreis Biberach. Bis zu seinem Wechsel im Juli diesen Jahres nach Villingen-Schwenningen war er dort für knapp 100 Kinder zuständig.
Da Mario Kälble als männlicher Kita-Leiter eine Seltenheit darstellt, wurde sein Berufsweg von zahlreichen Presseberichten begleitet. Bei Eltern und Kindern sei er gleichermaßen beliebt und ein „Glücksfall für alle“, wie es dort unisono heißt. Die fließenden Englischkenntnisse erwarb sich der Erzieher in zweijährigen au pair-Aufenthalt in Großbritannien.
Dass seine aktuelle berufliche Station in Rietheim und Tannheim nicht in einem verbreiteten Onlinenetzwerk auftaucht, habe keinerlei Bedeutung, so Kälble. Er sei dort kaum mehr aktiv. Dies gelte auch für eine beliebte Plattform für Kurzvideos, wo der Kita-Leiter bis vor einem Jahr Beiträge über den Kita-Alltag hochlud.