Zahlreiche Bäume in Sulz müssen fallen – darunter auch ein rund 450 Jahre altes Exemplar in Glatt.
Mächtig steht sie da, die Winterlinde von Glatt. In Steinwurfweite zum altehrwürdigen Wasserschloss lässt sie mit einem Alter um die 450 Jahre und einer Höhe von 19 Metern die Minigolfer, die zu ihren Füßen die kleinen Bälle ins Zielloch bringen wollen, wirklich „mini“ aussehen.
Doch die Zeit der großgewachsenen „Tilia cordata“ neigt sich nun zu Ende. Denn von dem Naturdenkmal sei vor einiger Zeit ein Ast abgebrochen und auf den aufgeschütteten Fußweg-Damm gestürzt, erläutert Bürgermeister Jens Keucher im Gemeinderat.
Ersatzpflanzung ist Thema
„Es ist ein Glück, dass das nachts und nicht während des laufenden Gästebetriebs passiert ist“, kommt er darauf zu sprechen, dass keine Menschen zu Schaden kamen. Es folgte ein Gutachten, laut dem die alte Linde als Sicherheitsrisiko eingestuft und deshalb aus verkehrstechnischen Gegebenheiten entfernt werden müsse.
Es sei eben der Zahn der Zeit, der an dem Baum genagt habe, so Keucher, der das Vorgehen auch mit dem Glatter Ortschaftsrat abgestimmt hatte. Über eine Ersatzpflanzung sei man ebenfalls im Gespräch.
Großflächiges Eschensterben
Doch damit nicht genug. Denn nicht nur die Winterlinde wird den nächsten Sommer vermutlich nicht mehr erleben, auch die Tage der Eschen-Allee auf Sulz-Kastell beim Hundesportplatz in Richtung der Aussiedlungshöfe sind gezählt.
„Sie müssen aus Gründen der Verkehrssicherung entfernt werden“, teilt Keucher mit. Auch hier gebe es entsprechende Ersatzpflanzungen. Wobei das Eschensterben in der gesamten Umgebung zu beobachten sei, erinnert der Bürgermeister.
Risiko ohne Vorwarnzeit
Bei Holzarbeiten an der Balinger Straße im Februar hatten Förster Karlheinz Mertes und sein Team rund 200 tote Bäume entfernen müssen. Grund dafür sind wohl der Falsche Weiße Stängelbecherchen und der Hallimasch – beides Pilzarten. Ersterer sorgt dafür, dass die Triebe des Baumes absterben, zweiterer lässt das Wurzelwerk faulen.
„So kommt es, dass Bäume bei vollkommener Windstille ohne Vorwarnung umfallen können“, schilderte Mertes damals die gefährlichen Konsequenzen – etwas was bei den Sicherungshieben auch tatsächlich der Fall war.
„Plötzlich fiel eine Esche vollkommen lautlos auf die Stelle, wo wir vor zehn Minuten noch standen“, schilderte Forstwirtschaftsmeister Dieter Hopf eine Begebenheit an der Balinger Straße. „Hätten wir dort etwas länger geredet, wären wir jetzt wohl zwei Menschen weniger.“