Im Gerätehaus der Schallbacher Feuerwehr wird eine Absauganlage eingebaut.
Wenn Schallbachs Feuerwehrautos ausrücken, füllen ihre Auspuffgase die kleine Fahrzeughalle. Nah dran, an einer Längsseite der Garage, befinden sich die Spinde und Einsatzkleidung der Feuerwehrleute. Bei einer Prüfung der Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften – das sind Vorschriften zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz – wurde die nicht vorhandene Abgasabsaugung für die Feuerwehrfahrzeuge bemängelt.
Mit einer Art Ofenrohr
Eine Absauganlage sei auch seitens der Feuerwehrleitung gewünscht, sagte Bürgermeister Christian Iselin in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Kommandant Tim Wackernagel holte drei Angebote ein. Das günstigste Angebot einer Firma für Abgasabsaugtechnik aus Westfalen beläuft sich auf 13 200 Euro. Im Angebot enthalten sind eine Arbeitsbühne und eine Kernlochbohrung durch das Mauerwerk – von dort aus werden die Abgase über eine Art Ofenrohr durch das Dach nach oben und draußen geführt.
Der Außenbereich des angrenzenden Kindergartens werde von den Abgasen nicht belastet, sagte Iselin. Seitens der Fachfirma besteht des Weiteren die Möglichkeit, die gesamten Elektroarbeiten bis zum Sicherungsschrank ausführen zu lassen. Im laufenden Gemeindehaushalt sind 20 000 Euro für Betriebs- und Geschäftsausstattung der Feuerwehr eingestellt.
Jan Westermann fragte: „Müssen wir das haben?“ Er finde die Kosten angesichts der niedrigen Zahl der Feuerwehreinsätze „arg heftig“ und betonte, er hätte keine Probleme damit, wenn es um Anschaffungen von Geräten wie etwa einer Drehleiter ginge. So jedoch sollte man vor einer Auftragsvergabe noch mal mit dem Feuerwehrausschuss reden. Florian Grether meinte, bei einer großen Feuerwehr sehe er die Notwendigkeit einer Absaugablage, Schallbachs Wehr dagegen habe im Durchschnitt lediglich zehn Einsätze pro Jahr. Grether schlug vor, die Investition auf das Jahr 2026 zu verschieben.
Antrag auf Zurückstellung findet nur zwei Befürworter
Die Spinde der Kameraden könnten nirgendwo anders untergebracht werden, stellte Iselin fest. Sollte ein Feuerwehrmann gesundheitliche Probleme infolge der Abgase anmelden, könne das zu einer Gerichtsverhandlung führen, fügte er hinzu. Bettina Kiefer dachte auch an die Gesundheit der Jugendfeuerwehrleute, würde sich aber eine kleinere Lösung wünschen. „Einfach vorwärts in die Garage einparken“, scherzte Alexander Meier.
Der Antrag auf Zurückstellung fand nur zwei Befürworter, mit zwei Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat mehrheitlich die Auftragsvergabe.