Viel Stoff für Diskussionen bietet die Schulkindbetreuung der Gemeinde Enzklösterle im Gemeinderat. In der Novembersitzung wurden die neuesten Fakten vorgestellt.
Von Montag bis Freitag gibt es die Möglichkeit, bis 16 Uhr die Betreuung wahrzunehmen. Das Drei-Tage-Angebot kostet 70 Euro im Monat, bei fünf Tagen sind es 90 Euro.
Eltern angeschrieben
Um die Hintergründe für die geringe Auslastung des Angebots zu erfassen, wurden verschiedene Fragebogen an die Eltern der Grundschüler ausgegeben. Von zwölf Familien, die ihre Kinder abgemeldet hatten, kamen lediglich drei Rückmeldungen. Vier Antworten auf die Fragebogen von Eltern der elf Kinder, die das Angebot nutzen, kamen zurück. Auch 65 Eltern, deren Kinder nicht in der Schulkindbetreuung sind, wurden angeschrieben, dabei gab es nur acht Rückläufer.
Eine Besonderheit stellte der Fragebogen an die Gemeinde Seewald dar. 17 Rückmeldungen wurden gezählt.
Die Höhe der Gebühren, das Essen, die Busverbindungen nach Seewald, waren die meistgenannten Gründe, die für Abmeldungen angegeben wurden.
Bürgermeisterin Sabine Zenker erklärte, dass ein großer Apparat vorgehalten wird mit Personal, Gebäude, Heizung und einigem mehr, was Fixkosten verursacht. Je mehr Kinder, umso besser.
Zenker wünscht sich 30 Kinder in der Betreuung, „dann läuft die Kiste“. Einen Vorschlag stellte die Verwaltungschefin des Heidelbeerdorfs dem Gemeinderatsgremium zur Diskussion. Man könne die Kosten staffeln, mehr Kinder, weniger Kosten für die Einzelnen.
Auch in der Gemeinde Höfen hat sich die Rathauschefin erkundigt. Da gibt es beispielsweise Zehnerkarten, die man einsetzen könne. Für das Essen könnte man sich eine Monatspauschale vorstellen.
Schwieriges Thema
Sebastian Frey merkte an, dass ein Staffelpreis für die Eltern nicht planbar sei, die Eltern brauchen einen Fixpreis: „Wenn wir Staffelpreise haben, sitzen wir in einem halben Jahr wieder da. Das ist ein schwieriges Thema, immer wieder muss es diskutiert werden. Eigentlich sind wir es leid. So kann es auf Dauer nicht weitergehen. Es ist vom Gesetzgeber ab 1. Januar 2026 verpflichtend. Wir können das alles mit wenig Kindern nicht mehr vorhalten. Uns haut es die Kosten um die Ohren.
Zenker erklärte, dass der Zuschuss sich bei wenig angemeldeten Kindern ungefähr halbiert – von rund 7000 auf 3000 Euro. Die Anmeldungen richten sich auch nach dem Stundenplan.
Michael Faschon war ebenso der Meinung, dass es weniger Anmeldungen zur Betreuung gebe aufgrund der Schulzeiten. Eltern bräuchten eine Verlässlichkeit. Er stellte fest, dass das Angebot an die Senioren, das Essen zu bestellen, rückläufig sei: „Wir haben alles probiert, wir können das so nicht halten.“
Die Rathauschefin meinte: „Kein anderes Thema war so oft auf der Tagesordnung. Ich gebe zu, ich bin ein wenig ratlos, mir gehen mittlerweile die Ideen aus, dabei haben wir so eine schöne Betreuung.“
Nun ein Arbeitskreis
Schlussendlich einigte sich das Gremium darauf, einen Arbeitskreis zu bilden.
Mitglieder aus dem Gemeinderat, die Elternbeiräte des Kindergartens, der Grundschule und die Mitarbeiter der Schulkindbetreuung sollen dabei ins Boot genommen werden und gemeinsam eine verträgliche Lösung erarbeiten. Der Vorschlag wurde einstimmig beschlossen.