Die frisch sanierte und erneuerte Integrierte Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst im Kreis Rottweil wurde am Freitagnachmittag feierlich eingeweiht. Hier sind alle Infos, Zahlen und Fakten.
Bei medizinischen Notfällen, Bränden, Großschadenslagen und Naturkatastrophen laufen hier die Fäden zusammen, werden Einsatzkräfte koordiniert und zum Einsatzort geschickt: in der Integrierten Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst im Kreis Rottweil, die im alten Krankenhaus in Rottweil untergebracht ist. In den vergangenen Monaten wurde Leitstelle für 600 000 Euro umfassend saniert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Am Freitagnachmittag wurde sie im Beisein von Landrat Wolf-Rüdiger Michel, DRK-Präsident Christian Ruf, DRK-Kreisgeschäftsführer Ralf Bösel, Vertretern der Feuerwehr sowie zahlreichen Festgästen feierlich eingeweiht.
Umzug in neues Landratsamt steht bevor
„Es tut gut, so viel Blaulichtfamilie zu sehen. Ihr Dienst trägt dazu bei, dass wir ruhig schlafen können“, begrüßte Landrat Wolf-Rüdiger Michel die Gäste. Um rasch und sachkundig helfen zu können, brauche es auch die richtige Infrastruktur. Die habe man mit der Sanierung geschaffen. Doch das sei – wenn es gut laufe – erst der erste Schritt.
„Denn wenn der Kreistag in seiner Sitzung am 8. April dem Teilabbruch des Landratsamtes zustimmt, dann werden wir im Zuge der Baumaßnahme eine neue Integrierte Leitstelle im Landratsamt installieren. Das hat in Bezug auf den Katastrophenschutz viele Vorteile“, so Michel. Dem stimmten DRK-Präsident und Oberbürgermeister Christian Ruf, sowie Kreisbrandmeister Nicos Laetsch zu.
Noch mehr Effizienz
„Mit der neuen Integrierte Leitstelle können die Einsatz- und Rettungskräfte ihre vielfältigen und komplexen Aufgaben für die Sicherheit im Landkreis Rottweil noch effizienter erfüllen“, lobte Ruf. „Wer hier arbeitet, trägt wie alle Einsatz- und Rettungskräfte eine große Verantwortung“, würdigte er das Engagement der Mitarbeiter. „Rasche und qualifizierte Hilfe in Notfällen ist nur leistbar durch die intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit aller im Landkreis ansässigen Hilfsorganisationen – egal, ob haupt- oder ehrenamtlich. Für diesen großartigen Dienst sage ich allen Einsatzkräften ausdrücklichen Dank“, so Ruf abschließend.
Kreisbrandmeister Nicos Laetsch machte deutlich, welch hohen Stellenwert die Integrierte Leitstelle hat. „Die Leitstelle künftig im Landratsamt an den Katastrophenschutz anzukoppeln, ist der richtige Weg, um uns für die Zukunft aufzustellen“, sagt er.
Eine herausfordernde Zeit
DRK-Kreisgeschäftsführer Ralf Bösel gab Einblicke in die Geschichte der Leitstelle und die Umbauphase. „Manchmal ging nicht nur der Strom, sondern auch die Nerven aus. Das war eine spannende und herausfordernde Zeit“, sagte er und dankte den beiden Leitstellen-Leitern Christoph Büchert und Andreas Noth, dass sie auch während der Bauphase stets mit Engagement und Herzblut bei der Sache gewesen seien. Im Anschluss gab es einen Einblick in die neuen Räume.
Vor 50 Jahren in Betrieb genommen
Am 7. Dezember 1974, also vor 50 Jahren, wurde die Rettungsdienstleitstelle in Betrieb genommen. Die Feuerwehr konnte allerdings erst ab 1984 mitalarmiert werden, davor lief dies über die Polizei. Seit 1990 ist die Leitstelle für den gesamten Kreis zuständig. Im Jahr 2012 wurden die Einsatzleitplätze über Glasfaser angebunden, im Jahr 2023 wurde eine softwaregestützte Notrufabfrage (SNA) eingerichtet und die gesamte Leitstelle saniert. Es wurden die Sonder-Notrufabfrageplätze (AAPs) umgestaltet, die Einsatzleittische erneuert und neue Arbeitsplatzrechner, sowie ein neues Einsatzleitsystem, ein neues Kommunikationssystem und manches mehr angeschafft und erneuert. Knapp ein Kilometer Strom- und Datenkabel wurden bei der Maßnahme neu verlegt. Während des Umbaus musste die Leitstelle in ein Provisorium umziehen. Eine Herausforderung.
Betrieb läuft perfekt
Mittlerweile läuft der Betrieb im neuen Dispositionsraum wieder perfekt. Damit die Mitarbeiter im Dienst auch gut versorgt sind wurde auch eine neue Küche eingebaut. Die Kosten tragen Landkreis und DRK zu gleichen Teilen. Das DRK ist Betreiber der Leitstelle in gemeinsamer Trägerschaft mit dem Landkreis Rottweil.
Die Zahlen, Daten und Fakten
21 Gemeinden inklusive der Städte Dornhan, Oberndorf, Rottweil, Schiltach, Schramberg und Sulz sind an die Integrierte Leitstelle angekoppelt.
Zu den Aufgaben zählt die Annahme von Hilfeersuchen jeglicher Art, die Alarmierung von Fachdiensten, die Koordination von Rettungsdienst und Krankentransport sowie die enge Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden.
Erreichbarkeit: Die Leitstelle ist über den europäischen Notruf 112 – immer ohne Vorwahl und gebührenfrei – erreichbar, zudem auch über „nora“, die Notrufapp der Bundesländer.
Zuständigkeitsbereiche: Rettungsdienst, Krankentransport, Ehrenamt der Hilfsorganisationen, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk.
Aufgaben: Die Leitstelle alarmiert und plant Einsätze für fünf Rettungswachen, acht Rettungswagen, drei Notarzteinsatzfahrzeuge, acht Krankentransportwagen sowie 21 Feuerwehren, gegliedert in mehr als 60 Abteilungen. Zudem werden unter anderem DRK-Bereitschaften, die BRH Rettungshundestaffel Rottweil-Hegau, Malteser Rettungshundestaffel, die DRK-Bergwacht, der DRK-Notfallnachsorgedienst sowie das THW Rottweil und Schramberg alarmiert.
Statistik: Im Schnitt gehen 2000 Notrufe im Monat ein, um die sich 19 hauptamtliche Mitarbeiter kümmern. Die Integrierte Leitstelle ist rund um die Uhr besetzt. Im vergangenen Jahr gab es 13 285 Einsätze des Rettungsdienstes, 3395 Notarzteinsätze, 14 719 Krankentransporte und 1374 Feuerwehreinsätze.