Sie sind zum Dahinschmelzen: die handgefertigten Köstlichkeiten von Max Kreutter. Zu Ostern hat der Konditor viel zu tun. Ein Besuch in der Riedböhringer Schokomanufaktur.
Was in der exklusiven Schokoladenmanufaktur Chocolate Dreams in Riedböhringen entsteht, wo noch von Hand produziert wird, verzückt die Gaumen und ist in dieser Form selten zu haben. Geht der Riedböhringer Max Kreutter als gelernter Koch und Konditor zu Werke, entstehen gerade zu Ostern einzigartige und köstliche Unikate.
Wenn Kreutter die tablettenförmigen Schokorohstoffe, die in Zehn-Kilo-Säcken direkt vom renommierten belgischen Hersteller Callebaut Kuvertüre geliefert werden, in die lufterwärmte Metallbox taucht, ist das der Beginn einer aufwendigen Prozedur zur Herstellung seiner Köstlichkeiten.
„Das Naturprodukt muss gleich zweimal erwärmt und zum Schmelzen gebracht werden“, klärt Max Kreutter auf. Weiße Schokolade wird im zweiten Prozess zum Gießen auf 29 Grad, Vollmilch auf 30 Grad sowie dunkle Schokolade auf 31 Grad erwärmt, teilt der Schokokünstler mit. Anschließend wird die süße Masse in klassische Formen, wie zum Beispiel Schmunzel- oder Langohrhasen gegossen. Die innere Schokolade lässt man zum Hohlraum auslaufen.
Figuren mit Charakter
Zuvor werden die Formen aber in einem weiteren Arbeitsvorgang mit farblich anderen Konturen ausgemalt, um den Figuren ihren ganz eigenen Charakter zu verleihen.
Eventuelle Blasenbildung wird von Hand ausgeklopft. Nach dem Schließen der Form wird auf separaten Papierunterlagen der Boden bis zu drei Millimeter Höhe ausgelegt und dann jede einzelne Form eingesetzt. Aus der Form entfernt und über Nacht stehengelassen – fertig sind die Unikate.
Ähnliche Vorgänge werden mit unterschiedlichen Eierformen zelebriert, die zum Schluss mit selbst hergestellten Pralinen gefüllt werden. Diese selbst hergestellten Konfekte werden nach Anlieferung der Rohlinge – selbstverständlich aus belgischer Schokolade – von Max Kreutter mit überlieferten Rezepten, aber auch Eigenkreationen gefüllt.
Erdbeere oder Kir Royal
Der Schokoladenspezialist ist sehr experimentierfreudig und zaubert gerne beliebte Geschmacksrichtungen wie Erdbeere, Schlehe, Karamell bis hin zu Kir Royal. Ob mit oder ohne Alkohol – die Auswahl ist groß. Aktuell hat er 31 Sorten Pralinen im Angebot. „Macadamia mit einer Nuss aus Hawaii oder Sahnenougat sind momentan der Renner“, plaudert Kreutter aus dem Nähkästchen.
Zu einem weiteren Schlager haben sich die nostalgischen Zuckerhasen seines Geschäftspartners Winfried Kuhner entwickelt. Früher überall zu haben, ist er in der heutigen Zeit bei Chocolate Dreams eine wahre Rarität. „Nachdem das Zuckerwasser auf 110 Grad erhitzt ist, wird die Masse mit einer roten Lebensmittelfarbe sowie Glukose weiter in einem Kupferkessel für wenige Sekunden auf 147 Grad gebracht und dann in die Gussformen gegossen“, beschreibt Max Kreutter dieses alte Verfahren. Zutaten mit Rotwein oder nach klassischer Vorgabe mit Sahne und Butter sind hier weitere Alternativen. Aus einem Topf entstehen zwölf Zuckerhasen, so Kreutter.
Der 68-jährige Rentner verspürt bei seiner Arbeit viel Freude. „Es ist viel Leidenschaft und Idealismus dabei.“ Die Arbeitsstunden dürfe man nicht zählen und die Herausforderungen würden zunehmen. So bereiten ihm auch die steigenden Schokoladenpreise, die sich zuletzt mehr als verdoppelt haben, Sorgen.
Süße Freuden
Bis hin zum Schoko-Bähnle
Seit der Eröffnung 1998 machte sich die Schokoladenmanufaktur Chocolate Dreams (www.chocolate-dreams.de) besonders unter kulinarischen Liebhabern einen Namen. Eine wachsende Kundschaft, die weit über die Region hinaus den Weg in die kleine Manufaktur findet, ist von den hausgemachten Leckereien aus reiner belgischer Schokolade angetan. Regelmäßig werden auf Wunsch regelrechte Kunstwerke gezaubert. Auch Flaschen- oder Frauenschuhformen gehören zum Standard. Für die Stadt Blumberg musste Max Kreutter sogar schon die Sauschwänzlebahn aus Schokolade kreieren. „Bei uns ist in aufwendiger Handarbeit vieles möglich und wir sind für viele Wünsche offen“, verdeutlicht der inzwischen 68-jährige Konditor die große Freude an seinem kunstvollen Wirken. Trotz seines Alters ist für ihn noch kein Ende in Sicht. Einen jüngeren Nachfolger könnte er sich aber auch gut vorstellen.