Ob an einem See in Südbrandenburg oder an der Costa Brava in Spanien – für Reiselustige aus Sulz steht die Welt, nicht nur in den Pfingstferien, offen. Doch wohin zieht es die Menschen? (Symbolfoto) Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

Von Wanderungen über Kreuzfahrten bis zum Strandurlaub am Mittelmeer: Wo verbringen die Sulzer ihren Urlaub? Wir haben im Reisebüro nachgefragt.

„Wir können uns um die schönste Zeit unserer Kunden kümmern“, beschreibt Renate Plocher, warum ihr die Arbeit in ihrem Reisebüro nach wie vor Freude bereitet. Und welches Urlaubsziel steht bei den Sulzern aktuell hoch im Kurs?

 

Gerade während der Pfingstferien seien Flugreisen nach Griechenland, die Türkei, Ägypten oder Spanien im Trend, sagt Plocher. „Der ganze klassische Mittelmeerraum eben.“

Rundum-Service im Büro

Die Kundschaft reiche von jungen Paaren über Familien bis zu Alleinreisenden. Auch nutzten viele Leute – unabhängig von den Schulferien – die Brückentage, um auf Reisen zu gehen. „Dieses Zeitfenster war schon immer beliebt“, blickt sie zurück. Auch Kreuzfahrten würden gut angenommen – beispielsweise von Familien.

Aber warum im Reisebüro und nicht online buchen? Den Vorteil sieht Plocher im Rundum-Service. So berate und buche man nicht nur, sondern unterstütze auch vor der Abreise. Online-Suchmaschinen würden rein nach dem Preis-Schema verfahren, während im persönlichen Gespräch auch Dinge zur Geltung kämen, die vielleicht nicht auf den ersten Blick ersichtlich seien, meint sie.

Jubiläum steht an

So gäbe es beispielsweise beim Flug oder dem Transfer zum sowie vom Flughafen eine enorm große Bandbreite. „Wir schauen nach Komfort – zum gleichen Preis“, sagt sie.Während des Studiums war Plocher in ihrem Praxissemester im Marketing für Musik-Reisen in Trossingen beschäftigt. „Das war unglaublich interessant“, blickt die jetzt 55-Jährige zurück.

Der Wechsel vom Marketing in die Organisation von Reisen sei ein Schritt gewesen, der ihr sehr leicht gefallen sei. „Seit 32 Jahren bin ich jetzt in der Branche“, erläutert sie. Und nächstes Jahr steht für sie ein Jubiläum an. „Dann bin ich 30 Jahre selbstständig“, verrät sie.

„Erinnerungen, die bleiben“

Dabei braucht man manches Mal auch starke Nerven. Die vergangenen Jahrzehnte habe es immer wieder Höhen und Tiefen gegeben. „Der Tourismus hängt immer an der Konjunktur“, lautet ihre Bilanz. Allerdings seien Reisen den Menschen – trotz manchmal schlechter Wirtschafts- und Einkommenslage – sehr wichtig, stellt sie fest.

„Das hat gesellschaftlich schon einen hohen Stellenwert.“ Denn es seien „Erinnerungen, die bleiben“ und nicht nur ein einfacher „Tapetenwechsel“, sondern das Entdecken eines anderen Landes, einer anderen Kultur und anderen Essens.

Menschen wollen verreisen

Sie selbst sei erst vor wenigen Tagen aus dem Urlaub zurückgekommen. „Meine Töchter waren auch mit dabei – obwohl die schon erwachsen sind“, sagt sie. Aber diese gemeinsame Familienzeit sei eben etwas ganz Besonderes, findet die Reisecenter-Chefin.

Das könne wohl einer der Gründe sein, dass es mit Blick auf das Reisen aus ihrer Sicht keine Zurückhaltung gibt – auch wenn man es bei der wirtschaftlichen Lage vielleicht erwarten würde.

Das Schöne sehen

Auch wenn sie schon lange im Geschäft ist, ist sie von der Vielfalt ihres Berufs immer noch begeistert. „Es ist praktisch eine Welt für sich“, hält sie fest. Viele hätten nur die „herkömmlichen“ Flugreisen und Strandurlaub im Kopf. Dabei sei aber auch das Segeln auf einer Viermastbark möglich.

Ebenso gebe es Veranstalter, die sich auf nachhaltige Reisen in kleinen Gruppen spezialisiert hätten. „Das Geld soll im jeweiligen Gastland bleiben“, weist sie auf deren Unternehmens-Philosophie hin.

Die Kriege im Nahen Osten hätten keine Auswirkungen auf den Pfingsturlaub, bilanziert sie. Und auch die Sommerferien seien seitens ihrer Kundschaft gut gebucht. Aber nicht desto trotz wünscht sie sich: „Ich hoffe, dass die Welt friedlicher wird und das Positive mehr im Mittelpunkt steht.“ So, wie bei den bleibenden Eindrücken nach einer schönen Urlaubsreise.