Bei der Bürgerversammlung von OB Jürgen Roth in Pfaffenweiler betreffend der schwierigen Doppelhaushaltslage waren alle ausgewiesenen 100 Sitzplätze belegt.
Es waren sehr viele interessierte Bürger da, und nicht nur die scheinbar pflichtgemäß anwesenden Ortschaftsräte aus Pfaffenweiler, Herzogenweiler und Tannheim.
Ganz schwarz sahen die Ortschaften nicht, sondern durchaus zuversichtlich, wie es Ortsvorsteherin Anja Keller aus Tannheim formulierte. „Wir wissen, dass wir einen Beitrag leisten müssen, das tun wir auch. Wenn wir alle zusammenarbeiten, kommen wir ans Ziel, es gibt auch mal bessere Zeiten.“
Den Ausführungen von OB Jürgen Roth wurde aufmerksam gefolgt, auch laut nachgedacht kommentiert, dann auch von Roth aufgenommen und im Rahmen des Vortrags eingegangen. Ein gewisser Dialog schon vor den Fragerunden. Es war für die Anwesenden dann nachvollziehbar, was vorgetragen wurde. Zusätzliche Infos konnten auch von den anwesenden Amtsleitern eingestreut werden.
Ist VS 2027 bankrott? Nein. Bis 2025 konnte der städtische Haushalt ausgeglichen werden, und die Rücklagen kann die Stadt nicht einfach nur mal so verbraten. „Die Zeit schuldenfreier Kommunen ist vorbei“, so Roth.
In Herzogenweiler
Wie sehen in dieser Zeit konkrete Investitionen in den Stadtbezirken aus? In Herzogenweiler werde man die Erschließung des Baugebiets „Die oberen Äcker“ trotz starker politischer Widerstände angehen. Der Rathausumbau für die Feuerwehr wird in kleinen Schritten erfolgen. Das Heimatmuseum wird die Gemeinde aus ihrem Budget bestreiten.
In Tannheim
In Tannheim wird städtischerseits der Mannschaftstransportwagen für die Feuerwehr beschafft, die Brandschutzmaßnahmen in der Schule durchgeführt sowie die Erneuerung der Heizungs- und Lüftungsanlage in der Turn- und Festhalle. Die Heizungserneuerung in der Schule sowie die Sanierung der Duschen im FC-Sportheim werden aus dem Budget bestritten.
In Pfaffenweiler
In Pfaffenweiler geht die Brandschutzsanierung in Festhalle und Schule auf das Konto der Stadt, ebenfalls die Erweiterung und schrittweise Sanierung der Kita wie auch der Neubau des Feuerwehrgerätehauses. Dagegen wird die Ausgabeküche in der Festhalle und die Erneuerung des Fußweges entlang der Hauptstraße in Richtung Sportplätze aus dem Budget von Pfaffenweiler bestritten.
Die Fragerunden
Das sind einige Splitter aus den konstruktiv geführten Fragerunden. Gefühlte Sicherheit war ein Thema. Die Freizeitanlage Pfaffenweiler ist statistisch gesehen ein größerer Hotspot als das City-Rondell in Schwenningen.
Was aus der Bäderlandschaft wird, wurde gefragt. Wenn das Zentralbad fertiggestellt ist, könnte das Villinger Hallenbad zu Turnhallen (Sportstätten) umgebaut werden, daran fehle es. Beim Neckarbad, mitten in einem Industriegebiet, werde an eine Fortführung nicht gedacht, so Roth.
Eine Wärmeplanung für VS gebe es, mit der Umsetzung sei es so eine Sache, denn für viele Private ist ein Anschluss noch nicht attraktiv. Auf dem Gelände der alten Tonhalle in Villingen entsteht das neue Amtsgericht. Der vordere Teil zur Bertoldstraße hin ist noch unbestimmt und wird aufbewahrt.
Einige anwesende Bürger bedankten sich für die dargestellte Transparenz dieser schwierigen Sachlage. Auch OB Jürgen Roth bedankte sich für die „tollen Fragerunden“. Die Bürger fanden es auch gut, dass der OB auf Tour durch die Stadtbezirke geht, um die Sachlage selbst rüberzubringen.