Die sechs deutschen Teilnehmer mit ihren Tutoren und Betreuern (von links): Delegationsleiter Uwe Leck, Trainer Matthias Paulsen, Lars Krabbenhöft, Christian Kraftsik, Patrick Bauermann, Vera Lavrova, Trainer Eric Müller, Leonard Kottisch, Johannes Raitz von Frentz und Paul Jakob Schmidt. Foto: Springmann

Sechzehn talentierte Jugendliche haben sich für die Endrunde der 65. Internationalen Mathematik-Olympiade qualifiziert, doch nur sechs von ihnen werden Deutschland im internationalen Wettbewerb vertreten. Vorbereitet haben sie sich in Oberwolfach.

Sie haben gerechnet, geknobelt und hart trainiert – und am Ende der Woche, die die Jugendlichen aus ganz Deutschland am Mathematischen Forschungsinstitut (MFO) verbracht haben, standen die sechs, die Deutschland im englischen Bath vertreten werden, fest. Die Woche in Oberwolfach ist der Abschluss der Vorbereitungsseminare der deutschen Kandidaten.

Die Internationale Mathematik-Olympiade (IMO) gilt als die Mathematik-Weltmeisterschaft für Schüler. Seit 1959 findet sie jedes Jahr in einem anderen Gastland statt. In diesem Jahr richtet die Universität Bath in England den Wettbewerb aus. Sie findet vom 10. bis 22. Juli statt. Mehr als 100 Länder senden ihre besten Nachwuchstalente, insgesamt mehr als 600 Teilnehmer, die sich den herausfordernden Aufgaben stellen.

Mathematik weit über Schulniveau

Wer am Auswahlwettbewerb für das deutsche Team teilnehmen möchte, muss sich zunächst erfolgreich an der zweiten Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik, der Bundesrunde der Mathematik-Olympiade in Deutschland oder als Landessieger am Wettbewerb „Jugend forscht“, Fachgebiet Mathematik, beteiligt haben.

Die besten sechzehn, die nach Oberwolfach kommen, durchlaufen dort eine Reihe von Trainingsstationen, bevor in der Abschlussklausur der endgültige, sechsköpfige Kader festgelegt wird. Und für alle sei es ein besonderes Highlight, am MFO sein zu dürfen, erklärte Patrick Bauermann, Leiter des Bereichs „Bundesweite Mathematik-Wettbewerbe“. Sieben Klausuren unter Wettkampfbedingungen galt es zu meistern, betreut durch ein 15-köpfiges Trainerteam. Dreimal täglich legten die Jugendlichen den Weg vom Gasthaus Hirschen, in dem sie während der Woche untergebracht waren, den Weg ins hoch MFO zurück, erzählt Uwe Leck, Leiter der deutschen Delegation.

Die Zeit außerhalb von Seminaren und Klausuren nutzten die Jugendlichen unter anderem für das Kartenspiel „Tichu“, bei dem strategisches Vorgehen gefragt ist. Aber auch für eine Partie Schach oder das Stöbern in der Bibliothek des Forschungsinstituts. Außerdem, so verrieten die Betreuer, gibt es unter den Jugendlichen seit Jahren ein Schätzspiel, bei dem die eigenen Leistungen in den Klausuren eingeschätzt werden müssen – der schlechteste Schätzer muss ein Bad in der Wolf nehmen. Ob und wer in diesem Jahr Baden gehen musste, bleibt aber ein Geheimnis.

Kartenspiele und Schach zwischen den Seminaren

Allesamt haben die Jugendlichen ihre mathematischen Fähigkeiten bereits bei Bundeswettbewerben unter Beweis gestellt und haben vier Vorbereitungsseminare hinter sich. „Das sind die besten 16 Nachwuchsmathematiker Deutschlands“, Bauermann. Denn die Aufgaben, mit denen sich die Nachwuchs-Mathematiker beschäftigen, gehen weit über das Schulniveau hinaus und erfordern mehr als nur mathematisches Wissen. Ein bisschen Talent und Kreativität gehöre auch dazu, um die Problemlösungsaufgaben lösen zu können, verrät Baumann.

Olympia-Kader

Das Olympia-Ticket haben in diesem Jahr Lars Krabbenhöft (Höchstadt/Aisch), Christian Krafsik (Vaterstetten), Vera Lavrova (Fulda), Johannes Raitz von Frentz (Sehnde), Paul Jakob Schmidt (Osterode) und Leonard Kottisch (Oldenburg). Die beiden letztgenannten Jugendlichen waren bereits im vergangenen Jahr mit dabei.