Der Remigius-Kammerchor erfüllte mit seinem Winterprojekt die Remigiuskirche in Nagold mit festlichem Klang.
Das Publikum durfte sich an diesem Abend von einem abwechslungsreichen A-cappella-Programm verzaubern lassen. Emilia Schneider übernahm erstmals die musikalische Leitung und führte die Klangkultur des Chors eindrucksvoll weiter.
Der musikalische Bogen spannte sich von der Vokalpolyphonie der spanischen Renaissance – vertreten durch Tomás Luis de Victoria (1548 bis1611) – über pastorale Klänge des englischen Komponisten Gustav Holst (1874–1934) bis in die Moderne, unter anderem mit dem titelgebenden „Have yourself a merry little Christmas“ im Arrangement von Paul Johnson. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten dabei die weihnachtlichen Motetten von Francis Poulenc (1899 –1963), dessen Werke „Hodie Christus natus est“ und „O magnum mysterium“ der Chor mit fein ausgearbeiteten dynamischen Nuancen und großer stilistischer Klarheit präsentierte.
Die Sängerinnen und Sänger verliehen dem Abend mit dieser Interpretation eine eindrucksvolle Tiefe und boten Musikliebhaben viel Raum zum Entdecken. Die klare Sopran, der warme Bass, der bewegliche Alt und der strahlende Tenor verschmolzen zu einer weihnachtlichen Klangwelt. Besonders bewegte das bekannte „Maria durch ein Dornwald ging“, das im Arrangement von Stefan Claas mit einem mystischen Einsatz von Bass und Tenor begann, von Sopran und Alt weitergeführt wurde und in einem festlichen gemeinsamen Höhepunkt mündete.
Bemerkenswerte klangliche Fülle
Daran schloss Arvo Pärts „Which was the son of“ an, bevor das Programm in den Frühbarock zurückführte: „Nun danket alle Gott“ aus dem „Israelsbrünnlein“ von Johann Hermann Schein (1586–1630) erklang in klar konturierter Textur. Mit „In dulci jubilo“ beeindruckte der Chor, indem die lediglich 20 Sänger und Sängerinnen als Doppelchor eine bemerkenswerte klangliche Fülle entfalteten.
Mit „Gaudete, Christus est natus“ kehrte das Programm schließlich in die Renaissance zurück. Nach langem, wohlverdientem Applaus schenkte die bewegende Zugabe „In the Bleak Midwinter“ der vollbesetzten Kirche einen Moment wohltuender Ruhe inmitten der oft so hektischen Vorweihnachtszeit.