Der Ausbau eines Teil der Feldstraße zur Fahrradstraße soll Fußgängern und Radfahrer, die vom Dorfkern in Richtung Sportplätze gelangen wollen, ein Höchstmaß an Sicherheit bieten. Foto: Göpfert

Wenn die Projekte „Endausbau der Feldstraße“ in Orschweier und „Ortsumfahrung Mahlberg“ umgesetzt werden, sollen auch Radfahrer und Fußgänger davon profitieren.

Dass die Diskussion um Verbesserungen im Radwegenetz in der südlichen Ortenau derzeit Fahrt aufnimmt, ist auch eine Folge des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (LGVFG) aus dem Jahr 2021.

 

Hinter dem sperrigen Namen verbergen sich Fördermittel des Landes für den Ausbau des Radwegenetzes. Das Gesetz gab für die Erarbeitung eines Masterplans Radwege in der südlichen Ortenau den entscheidenden Impuls. Er soll im ersten Quartal 2024 den Gemeinden im Detail vorgestellt werden. Die Rahmendaten fließen allerdings jetzt schon in die Verkehrsplanung der Gemeinden ein. In Mahlberg etwa für sogenannte Pendlerrouten beim Endausbau der Feldstraße und beim Bau der Ortsumfahrung über die Industriestraße, den Kreuzweg bis zum Schmiedeweg.

Beim Endausbau der Feldstraße folgte der Gemeinderat mehrheitlich dem Wunsch des Ortschaftsrats Orschweier. Dieser hatte aus den Varianten, die Harald Steiner vom Planungsbüro Zink vor zehn Tagen dem Ortschaftsrat und am Montag nun auch dem Gemeinderat vorstellte, eine zweigeteilte Planung präferiert.

Besuchern der Sportplätze soll Höchstmaß an Sicherheit geboten werden

Der Abschnitt von der Bahnhofstraße über die Eisenbahnbrücke bis zur Carl-Benz-Straße, der sogenannte Teilabschnitt Ost, soll als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Dieser Abschnitt ist für Autos und landwirtschaftliche Fahrzeuge frei, es gilt aber Tempo 30. Radfahrer wie auch Fußgänger haben absoluten Vorrang. Insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, die vom Dorfkern in Richtung Sportplätze gelangen wollen, bedeute dies ein Höchstmaß an Sicherheit, so die Argumente.

Von der Carl-Benz-Straße gen Westen ins Gewerbegebiet bis zur Autobahnbrücke soll ein kombinierter Rad-Fußweg getrennt von der Fahrbahn auf der Südseite der noch auszubauenden Feldstraße entstehen. Varianten wie etwa Radschutzstreifen – das sind gestrichelte Linien auf der Fahrbahn – wurden verworfen.

Auch neue Ortsumfahrung soll durchgängigen Rad- und Gehwegbereich bieten

Auch entlang der neuen Ortsumfahrung vom Kreisverkehr Nord über Industriestraße, Kreuzweg und einer neuen Stichstraße bis zum Schmiedeweg soll es einen durchgängigen Rad- und Gehwegbereich geben. Mehrheitlich folgte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung, entlang der Straßenführung einen kombinierten Rad- und Fußgängerbereich auszuweisen. Ein Vorschlag, der besonders im Bereich der Industriestraße und des Kreuzwegs einen nicht unerheblichen Umbau an der Straßenführung bedeutet, um die erforderlichen Breiten zu erreichen. Weniger problematisch ist der Bereich entlang der neu zu bauenden Stichstraße vom Kreuzerweg zum Schmiedeweg.

Kritik grundsätzlicher Art zur Planung gab es von Jürgen Weber (CDU) und Thomas Schwarz (FW). Beide störten sich an immer mehr Komponenten, die auf die ursprüngliche Planung aufgesattelt würden und das Projekt verteuerten. Schwarz: „Mit jedem Vorstellungstermin des Projekts in diesem Gremium steigen auch die Kosten. Das ist nicht gut“. Bürgermeister Dietmar Benz hielt dagegen, dass der Masterplan Radverkehr eben Ergänzungen notwendig mache.

Der Teilabschnitt Ost
wird rund 30 000 Euro teuer, wobei die Stadt hier 12 500 Euro an Zuschuss aus dem LGVFG erwarten darf.

Der Ausbau West, für den sowohl für den Straßenbau als auch für den Rad- und Gehweg Kosten anfallen, wird von Harald Steiner mit 875 000 Euro insgesamt angegeben. Dabei entfällt für den Rad-und Gehweg ein Anteil von 200 000 Euro .

Für den Rad- und Gehweg
gibt es einen Zuschuss von 100 000 Euro. Insgesamt muss die Stadt aus eigenen Mitteln etwa 790 000 Euro für den Endausbau der Feldstraße inklusive Rad-Fuß-Weg finanzieren, die Gesamtkosten liegen bei rund 900 000 Euro.

Die aktuelle Kostenberechnung für die Ortsumfahrung
liegen bei 2,54 Millionen Euro, wobei aus dem LGVFG in Summe rund 450 000 Euro an Zuschüssen fließen werden, so die Berechnung von Harald Steiner. Der Kostenanteil der Stadt an den Gesamtkosten liege also bei 2,09 Millionen Euro.