Türkischstämmige Bürger boten Spezialitäten aus ihrem Herkunftsland an. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Speisen aus aller Welt, Musik und Tänze: Beim 33. Internationalen Sommerfest gaben zugewanderte Lörracher Einblick in ihre vielfältigen Kulturen.

In Lörrach leben Menschen aus 133 Ländern, sagte Oberbürgermeister Jörg Lutz zur Begrüßung. Mehr als 12 000 Einwohner hätten einen ausländischen Pass, also fast jeder Vierte. „Lörrach ist und bleibt bunt und vielfältig“, betonte er. Integration zu fördern bleibe eine wichtige Aufgabe. Neben den Festbesuchern hieß Lutz den Teilhabe- und Integrationsbeirat willkommen, der das Fest seit vielen Jahren mit der Stadtverwaltung organisiert. Der Beirat kümmere sich um die Anliegen von Lörrachern mit Migrationserfahrung und fördere kulturelle Aktivitäten von „beheimateten und zugezogenen“ Bürgern.

 
Sherifo Barrow von der Gambischen Vereinigung im Gespräch mit Eliane Weber vom Rathaus, Mitorganisatorin des Festes, und mit OB Jörg Lutz Foto: Regine Ounas-Kräusel

Froher Gesang, Musik und Ballett

Nach Lutz Ansprache begeisterten junge Tänzerinnen und Tänzer von „Art & Dance“ mit eleganten Auftritten in Ballett und Jazz. Aus ganzem Herzen sang der ukrainische Kinderchor Lieder aus der Heimat, Chorleiterin Olin Vyshnevska sang anschließend selbst mit Temperament ukrainische Lieder und tanzte dazu. Als die afghanische Gruppe „Tula und Tabla“, in schöne farbige Gewänder gehüllt, ihre pulsierenden Rhythmen trommelten, klatschten etliche Zuschauer mit. Flötenklänge voller Poesie spiegelten die Schönheit Afghanistans. Weitere internationale Tanz- und Musikgruppen traten auf.

Energiegeladene Trommelwirbel

Bei den meisten Vorführungen lauschten und klatschten Landsleute der Akteure auf der Bühne mit und freuten sich über die vertrauten Klänge.

„Wir wollen uns zeigen.“ Mit diesen Worten begrüßte Sherifo Barrow von der gambischen Vereinigung die Besucher, bevor Frauen, Männer und Kinder aus dem Land zu energiegeladenen Trommelwirbeln tanzten. Am Stand der Vereinigung erzählte er vom ersten Fußballturnier, das der Verein kommenden Samstag ausrichten wird. Zehn Mannschaften aus der Region bis Freiburg wollten kommen und vielleicht sogar ein Team aus dem Elsass, freute sich Barrow. Zum Essen boten die Gambier Wolof-Reis mit Hühnchen und würziger Erdnuss-Tomatensoße an.

Auch Tänze aus Gambia waren zu erleben. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Feines Essen, Gespräche und ein Film

An anderen Ständen konnten die Passanten Spezialitäten aus der Türkei, aus Indonesien, aus Italien, Kenia, Afghanistan, aus Libanon, Syrien und anderen Ländern kosten. Am Stand der Ukraine boten zwei Frauen traditionelle Süßigkeiten und handgefertigten Schmuck an. Nein, in ihren Heimatstädten Slavuta und Rubizne sei der Krieg nicht ganz so schlimm wie andernorts, erzählten sie OB Lutz. Eine Besucherin äußerte ihren Dank, dass Deutschland die Ukraine unterstütze. Zum Ausklang des Festes war im Museum der Film „Ich bin eine Frau“ zu sehen, in der die jungen Filmemacherinnen von „raramo films“ 20 Frauen aus dem Dreiländereck einfühlsam porträtiert haben.

„Apotheker ohne Grenzen“ erstmalas mit dabei

Zum ersten Mal beim Sommerfest vertreten waren die „Apotheker ohne Grenzen“, die ehrenamtlich mit der Beschaffung von Medikamenten Notfallhilfe leisten, etwa in der Ukraine, oder längerfristige Unterstützung bieten, etwa in einem Gesundheitszentrum in Tansania. Weitere soziale Einrichtungen wie Unicef, Caritas und die Schubert-Durand-Stiftung informierten über ihre Arbeit. Auch der junge afghanische Maler Hisam Rustaqi zeigte zum ersten Mal Bilder auf dem Fest: mit Ölfarbe sorgfältig gearbeitete Tierporträts. Er arbeite aber auch mit anderen Medien, etwa mit Bleistift, und zeichne zum Beispiel auch Comics, erzählte er. Ausgestellt hatte er außerdem Gemälde seines Vaters und seiner Mutter.