Ein Fiat Ellenator hat in Lahr viele Blicke auf sich gezogen. Foto: Bender

Auf dem Parkdeck der Sparkasse in der Schillerstraße stand ein Fahrzeug, das Passanten Halt machen ließ. Es schien so, als hätte es nur drei Räder.

Viele Menschen, die an dem dunkelblauen Kleinwagen mit Lahrer Kennzeichen vorbeigehen, unterhalten sich darüber und fangen an zu spekulieren. Manche zücken sogar ihr Handy, um den Anblick festzuhalten.  Der Grund: Bei dem Auto sind die Vorderräder zwar „normal“, die hinteren Räder jedoch befinden sich nicht außen, sondern nahe beieinander in der Mitte des Fahrzeugs. Die Radkästen sind derweil geschlossen, sodass erst auf den zweiten Blick klar wird, dass das Auto vier Räder hat.

 

Was hat es mit dem Fahrzeug auf sich, das diese Woche auf dem Sparkassen-Parkplatz in der Lahrer Innenstadt stand? Unsere Recherche zeigt: Es handelt sich um einen Fiat Ellenator. Auf Nachfrage erklärt das Landratsamt, dass es im Ortenaukreis aktuell nur drei davon gebe. Dieser Pkw dürfe mit dem Führerschein A1 ab 16 Jahren, also mit einem Moped- und Rollerführerschein bis 125 Kubikzentimeter, beziehungsweise mit den Führerscheinklassen 1b, 3 oder B gefahren werden.

Den Kleinwagen dürfen bereits 16-Jährige fahren

Die Geschwindigkeit sei auf 90 Stundenkilometer gedrosselt, das Auto somit auch für Autobahnen zulässig, berichtet das Landratsamt. Wie aber kommt man zu einem Fiat Ellenator? Wer so ein Fahrzeug fahren will, muss einen Fiat 500 bei der Triangel Handels GmbH in Dösingen im Allgäu umbauen lassen. Laut Homepage ist das der einzige Betrieb in Deutschland, der diesen Service anbietet. Ausdrücklich muss es sich bei dem Grundfahrzeug um einen neuen Fiat handeln.

Der knapp 6000 Euro teure Umbau beinhaltet nicht nur das nach innen Verlegen der Hinterräder, wodurch der Kofferraum kleiner wird. Darüber hinaus wird die Leistung auf 20 PS reduziert. Vier Passagiere haben Platz, der Wagen darf aber von einem 16-Jährigen auch alleine gefahren werden. Ein neuer Fiat Ellenator kostet mindestens 25 000 Euro.