Meißenheims neuer Bürgermeister Bodo Lange durfte sich nur kurz seines Amtes erfreuen, denn die örtlichen Hexen kannten keine Gnade. Dasselbe galt auch für Kürzell.
Meißenheim und Kürzell sind fest in Narrenhand. Nur wenige Wochen nach seiner Verpflichtung wurde Bürgermeister Bodo Lange von den Narren auch schon seines Amtes enthoben. In Kürzell musste Ortsvorsteher Hugo Wingert den Rathausschlüssel an das närrische Volk übergeben.
Erst im Dezember war Lange als neuer Bürgermeister verpflichtet worden. Jetzt erlebte das Gemeindeoberhaupt seinen ersten Rathaussturm. Die Hubmattehexe und die Unditzhexen ergriffen die Macht und entrissen ihm den Schlüssel. Ihr Motto: Es herrsche Spaß und Narretei, ehe es am Mittwoch heißt: alles vorbei.
In Kürzell ergriffen die Ridd’l Schdägge die Macht. Mit einer großen Narrenschar und vielen Hemdglunkern stürmte die Zunft das Rathaus und entmachtete Hugo Wingert, der die Pause als willkommene Abwechslung sah und sich auf die närrischen Tage freute.
Als äußeres Zeichen wurde der Narrenbaum aufgestellt. Ganz ohne Hilfe der Besucher ging es nicht, so brauchte es kräftige Männer, um den geschmückten Stamm in die Senkrechte zu hieven. Kurzerhand packten Musiker und auch Bodo Lange mit an. Gemeinsam zog das Narrenvolk dann per Hemdglunkerumzug in die Unditz-Halle, wo bei bester Laune gefeiert wurde.
„Ridd´l Schdägge“
Ein „Ridd´l Schdägge“ wurde einst von Bauern zum Putzen des vom Pferd gezogenen Pfluges benutzt. Das Häs der Narrenzunft besteht aus einer braunen Kordhose, einem blau-weiß-rot gestreiften Bauernhemd, einem braunen Filzhut und derben Schuhen. Die Holzmaske zeigt das freundlich verschmitzte Gesicht eines Bauern.