Zwei Wochen nach den Bränden in Ichenheim und Meißenheim fällt die Zwischenbilanz der Spendenaktionen positiv aus: Die Hilfsbereitschaft ist groß.
Zu Beginn war der Schock riesengroß. „Nun ist wieder etwas Hoffnung da, dass vielleicht doch noch Persönliches gerettet werden kann – auch wenn vieles wohl für immer verloren ist“, fasste es der Ichenheimer Jakob Eichner im Gespräch mit unserer Redaktion zusammen. Eichner ist der Organisator eines Spendenaufrufs für die Betroffenen des Brandes in der Meißenheimer Straße in Ichenheim.
Die Anwohner dort haben am Neujahrstag ihr brennendes Haus verlassen müssen – ohne Hab und Gut. Eichner steht in direktem Kontakt mit der Familie, die im ersten Stock des Hauses wohnte. Ein Familienmitglied kennt er persönlich aus gemeinsamen Kindergartentagen. Am Unglückstag selbst war er als Feuerwehrmann der Feuerwehr Ichenheim im Einsatz. Bereits in einer kurzen Pause während des Einsatzes begann er mit dem Spendenaufruf, erzählt er unserer Zeitung.
Viele Feuerwehren aus der Region waren im Einsatz
Das Wohnhaus in der Meißenheimer Straße brannte vollständig aus. Dabei wurde ein 70-jähriger Mann, der im Erdgeschoss lebte, verletzt und in eine Klinik eingeliefert.
Dies war aber nicht der einzige Brand im Ried rund um den Jahreswechsel: Bereits in der Nacht auf Silvester verlor eine vierköpfige Familie in der Oberriedstraße in Meißenheim bei einem weiteren Großbrand ihr Zuhause. Auch für diese Betroffenen wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, bei der 20 000 Euro zusammenkamen.
In Meißenheim waren in der Brandnacht sowie am Folgetag Feuerwehren aus Meißenheim, Schwanau, Neuried, Kehl und Lahr im Einsatz. Auch in Ichenheim habe die Koordination der auswärtigen Feuerwehren reibungslos funktioniert, teilte Neurieds Bürgermeister Tobias Uhrich der Lahrer Zeitung mit.
Die Familie ist in einer Dundenheimer Ferienwohnung untergekommen
Die Ermittlungen zu den Brandursachen und zur genauen Schadenshöhe dauern in beiden Fällen weiterhin an. Nach Angaben der Polizei steht im Fall des Brandes in Meißenheim ein technischer Defekt als mögliche Ursache im Raum. Eine abschließende Klärung gibt es jedoch nicht. Diese Woche noch soll dort noch ein Brandsachverständiger vor Ort sein.
Der bei dem Brand in Ichenheim verletzte 70-Jährige konnte nach Polizeiangaben die Klinik nach zwei Tagen wieder verlassen. Derzeit sei er privat untergebracht, sagte Uhrich unserer Zeitung. Auch die Familie wohnte zunächst privat in unmittelbarer Nähe ihres früheren Zuhauses. Nach Einschätzung der Gemeinde sei es jedoch besser gewesen, wenn die Familie nicht dauerhaft am Ort des Geschehens verbliebe.
Sie wohne inzwischen in einer Ferienwohnung in Dundenheim. Allerdings müsse die Familie auf absehbare Zeit in eine kommunale Einrichtung umziehen, erklärte der Bürgermeister weiter. Die Gemeinde wolle bei der Wohnungssuche behilflich sein.
Uhrich lobt den starken Zusammenhalt in der Gemeinde
Die Spendenaktion Eichners hat inzwischen knapp 22 500 Euro erreicht. Zwei Wochen soll die Aktion noch laufen, anschließend soll der Betrag an die beiden Parteien übergeben werden. In welcher Form dies geschieht – öffentlich oder in kleinem Rahmen – möchte Eichner noch mit Bürgermeister Uhrich abstimmen.
Uhrich lobte derweil den starken Zusammenhalt in der Gemeinde. „Das Füreinander und die Hilfsbereitschaft sind außergewöhnlich gewesen“ – etwa durch die Bereitstellung von Möbeln oder die Versorgung vor Ort mit einem Vesper, das die Frau von Ichenheims Ortsvorsteher Helmut Roth spontan zubereitete. Mehr als 100 Menschen aus dem Ort seien sofort bereit gewesen zu helfen – „und das an einem Feiertag“, betonte Uhrich. „Alles lief Hand in Hand. Das Miteinander in der Gemeinde ist voll intakt.“
Und der 70-jährige Bewohner des abgebrannten Hauses bedankte sich im Neurieder Amtsblatt: „Ich habe in einer Minute alles verloren. Das was ich hier erfahren durfte, gibt mir aber die Kraft nicht aufzugeben.“
Spendenaktionen
Die Spendenaktion für das Zweifamilienhaus in Ichenheim läuft noch unter https://www.gofundme.com/f/gebaudebrand-ichenheim. Die Spendenaktion für die Familie in Meißenheim ist beendet.