Die Gastronomie gilt oft als schwierige Branche. Warum entscheidet sich ein 29-Jähriger dennoch, ein Restaurant zu übernehmen? Für den neuen Inhaber des Gasthaus zum Tannhäuser Stefan Obert ist es ein Beruf, in dem er seine Kreativität ausleben kann.
Wenn im Gasthaus zum Tannhäuser gekocht wird, stehen manchmal drei Generationen gleichzeitig am Herd. Seit Jahresanfang hat Stefan Obert das Traditionshaus offiziell von seinen Eltern übernommen. Das Restaurant im Zentrum Hornbergs wird seit 1886 von seiner Familie geführt, erklärt Obert im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich bin die fünfte Generation.“
Für ihn sei schon früh klar geworden, dass er in die Fußstapfen seines Vaters treten wollte. „Ich habe im Jugendalter in den Ferien ausgeholfen“, erinnert Obert sich. 2011 startete er dann seine Ausbildung zum Koch – im heimischen Gasthaus. Danach folgten mehrere Stationen in anderen Häusern – wie es nach einer Ausbildung zum Koch üblich ist.
Neue Kulinarische Eindrücke sammelte Obert etwa an der Ostsee. In Rostock kochte er im Hotel Yachthafenresidenz Hohe Düne. Besonders die verschiedenen Fischgerichte hätten es ihm angetan. „Die sind dort vielseitiger“, erklärt Obert im Vergleich zum Schwarzwald, wo es oft nur um die Forelle geht.
Erfahrungen im Ausland gesammelt
Im Anschluss an seine Zeit an der Ostseeküste ging es für den inzwischen 29-Jährigen weiter südlich – nach Andermatt in die Schweiz. „ein halbes Jahr war ich dort“, berichtet Obert.
Während seiner Zeit im Norden lernte Obert auch seine Freundin Lea kennen. Sie ist ihm ins Kinzigtal gefolgt. Ebenfalls „vom Fach“ wird sie in Zukunft auch im „Tannhäuser“ am Start sein, freut er sich.
Schon länger auf die neue Rolle vorbereitet
Auf die Frage, ob er Veränderungen für das Restaurant plane, verweist Obert auf die Tradition des Tannhäuser. Neben einigen Klassikern auf der Karte habe es schon früher täglich wechselnde Speisen gegeben. „Auf der Tageskarte kann man sich kreativ austoben“, schildert er. Auch was die Präsentation der Gerichte angeht, könne er sich neues vorstellen – was das anrichten angehe. Grundsätzlich will er aber den Traditionen des alten Gasthauses treu bleiben. „Einen Mittelweg gehen“, so Obert.
Bekocht werden die Gäste im „Tannhäuser“ von ihm selbst. Das der Chef so gut wie alles selber kocht, sei schon früher so gewesen, erklärt der 29-Jährige. Unterstützt wird er dabei noch von seinem Vater.
Drei Generationen kochen manchmal zusammen
Und manchmal helfe sogar noch sein Großvater mit, so Obert. „Dann stehen drei Generationen gleichzeitig in der Küche“, schildert er stolz.
Nicht nur in der Küche habe er enge Vertraute um sich. Das Team im „Tannhäuser“ bleibe zusammen, so Obert. Manche seien schon mehr als zehn Jahre hier – „seit meiner Jugend“. Auch wenn es immer wieder Herausforderungen und Neues gebe, die bisherigen Rückmeldungen von Gästen, viele davon Stammgäste, seien rundherum positiv, freut sich Obert.
Ganz persönlich will sich Obert übrigens nicht kulinarisch festlegen. Die Frage nach einem Lieblingsgericht sei ganz schwierig. „Ich esse sehr vieles gerne“, verrät er mit Blick auf die verschiedenen Küchen. Die italienische und asiatische hätte es ihm etwa sehr angetan. Aber natürlich habe auch der Schwarzwald mit seinen Gerichten kulinarisch viel zu bieten.