Gegen 15.30 Uhr war in Hechingen am Dienstag der Strom weg. (Symbolfoto) Foto: stock.adobe.com/Christian Schwier

Am Dienstagnachmittag saßen Teile Hechingens und Jungingens im Dunkeln. Die Netze BW informieren unsere Redaktion nun wie auf Störungsmeldungen reagiert wird und wo im Zollernalbkreis der Betriebsservice der Netze BW sitzt.

In weiten Teilen von Hechingen und Jungingen kam es am Dienstagnachmittag zu Stromausfällen. Die Störungskarte der Netze BW wies zahlreiche Meldungen im Hechinger Süden aber auch in der Unterstadt aus. Dazu waren die Stadtteile Schlatt und Beuren betroffen.

 

Auf Anfrage informiert Ralph Eckhardt, Sprecher der Netze BW, dass es gegen 15.34 Uhr in Teilen von Hechingen – etwa ein Drittel der Haushalte – und in fast allen Haushalten in Jungingen zu einer Versorgungsunterbrechung kam.

Vollversorgung war ab 17.16 Uhr wieder gegeben

Nun ist auch der Grund für den Stromausfall klar: „Die Ursache war ein technischer Defekt an einem Erdkabel (20-kV-Mittelspannungsnetz), der zu einem Folgefehler führte“, heißt es vom Netze-BW-Sprecher weiter. Durch Umschaltungen im Mittelspannungsnetz konnte der Netze BW-Entstördienst in Zusammenarbeit mit der Leitstelle die Versorgung schrittweise wieder herstellen.

So hatten ab 15.57 Uhr die ersten Haushalte in Hechingen und ab 16:08 Uhr die ersten Haushalte in Jungingen wieder Strom.  Ab 16.38 Uhr war dann die Vollversorgung in Jungingen und ab 17.16 Uhr in Hechingen wieder hergestellt.

Doch: Wie gehen die Netze BW überhaupt vor, wenn ein Stromausfall, wie am Dienstag in Hechingen und Jungingen gemeldet wird? Laut Sprecher Ralph Eckhardt laufe die Störung automatisch in der zuständigen Leitstelle der Netze BW, im Hechinger Fall in Leitstelle Süd in Ravensburg – auf. Diese stoße dann den weiteren Prozess zur Behebung der Störung an.

Entstördienst in Balingen-Engstlatt

„In enger Zusammenarbeit mit dem Entstördienst vor Ort, in diesem Fall der Betriebsservice Zollernalb in Balingen-Engstlatt der Netze BW, werden dann die weiteren Schritte unternommen“, so der Sprecher weiter. Übrigens: Vom Betriebsstandort in Engstlatt unterhält die Netze BW das Stromnetz in der gesamten Region.

In der Kette der Störungsbehebung mache sich der Entstördienst zuerst ein Bild von der Situation in dem vom Stromausfall betroffenen Gebiet. Dann werde die mögliche Fehlerstelle eingegrenzt, um dann entsprechende Umschaltungen im Mittelspannungsnetz zur Wiederherstellung der Stromversorgung vornehmen zu können. Dadurch können in der Regel alle Haushalte schrittweise wieder zugeschaltet werden.  Es folgen – sofern nötig – Reparaturarbeiten.

Das können Gründe für einen Stromausfall sein

Störungen an Erdkabeln
 Stromausfälle können laut Ralph Eckhardt, Pressesprecher der Netze BW, ganz unterschiedliche Ursachen haben. Wichtig sei zwischen Freileitungen und Erdkabeln zu unterscheiden: Bei Erdkabeln könne zum Beispiel ein „Baggerbiss“ oder auch andersartige Beschädigungen bei Tiefbauarbeiten eine Störung verursachen. Minimale Vorschädigungen in der Isolierung können ebenfalls zu einem Defekt eines Erdkabels führen. Erdbewegungen, Erschütterungen durch den Straßenverkehr oder Steine, die sich im Laufe von Jahren auf ein Kabel durchdrücken, kämen ebenfalls als Ursache infrage. Erdkabel hätten im Vergleich zu Freileitungen zwar den Vorteil, dass sie grundsätzlich weniger anfällig für wetterbedingte Störungen sind. Kabel könnten aber, da sie im Boden verlegt sind, nicht wie eine Freileitung in Augenschein genommen und auf mögliche Beschädigungen inspiziert werden.

Störungen an Freileitungen
Stromausfälle durch Schäden an Freileitung seien in erster Linie auf wetterbedingte Einflüsse zurückzuführen, heißt es von Eckhardt: Blitzeinschläge bei Gewitter, herabfallende Äste beziehungsweise umstürzende Bäume in Leitungen bei Stürmen oder hohe Schnee- respektive Eislasten im Winter.