Die beiden Architekten Martin Rosenfelder und Dietmar Haas überreichten zur Einweihung symbolisch die „neuen“ Schlüssel für das Gemeindezentrum. Unser Foto zeigt (von links) Kommandant Martin Merz, Dietmar Haas, Martin Rosenfelder, Bürgermeisterin Lisa Hengstler und den ehemaligen Kommandanten Jürgen Schonhardt. Foto: Stefan Heimpel

Ein Wunschtraum ging in Erfüllung: Am Samstag wurde das neue Gemeindezentrum Gütenbach mit Rathaus und Feuerwehr offiziell eingeweiht.

Bei den Ansprachen wurde der steinige Weg bis zur Realisierung deutlich, aber auch das außergewöhnliche Engagement von Gemeinderat, Feuerwehr und Bürgermeisterin Hengstler.

 

Für die Einweihung am Samstagnachmittag wurde die neue Feuerwehrgarage kurzerhand zur Festhalle umfunktioniert. Die Halle war dabei gut besetzt. Neben vielen offiziellen Gästen waren es auch schon viele Besucher aus Gütenbach und den Nachbargemeinden, die an dieser Feier teilnahmen. Musikalisch umrahmt wurde die Einweihung durch den Akkordeonspielring Gütenbach.

Bürgermeisterin Lisa Hengstler, die unter den Ehrengästen auch zahlreiche Bürgermeister-Kollegen aus der Region begrüßen konnte, machte zu Beginn deutlich, dass nun ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung ging, für Gütenbach damit ein neues Kapitel aufgeschlagen wurde.

Sie schilderte die Entwicklung von den ersten Überlegungen bis zur Fertigstellung. Entscheidend war der Kauf des King-Areals 2015 durch die Gemeinde, damals noch mit ihr als neue Hauptamtsleiterin. Es gab viele Diskussionen und Beratungen, eine Befragung der Bürger und vieles mehr, bis man dann Feuerwehr und Rathaus unter einem Dach vereinen konnte. Beachtlich, so Lisa Hengstler, waren die Baukosten von rund sechs Millionen Euro.

Teuere Altlasten

Viel Geld verschlang die Altlasten-Sanierung, in das Gebäude selbst flossen 4,7 Millionen Euro. Möglich wurde das nur durch drei Millionen Fördergelder von Bund und Land. Feuerwehrkommandant Martin Merz machte deutlich, wie wichtig die neue Feuerwehrgarage war. Die Feuerwehr war an drei verschiedenen Orten im Dorf untergebracht. Ein Blick auf das alte Feuerwehrhaus gerade gegenüber mache die Notwendigkeit für den Neubau mehr als deutlich.

Sie freuen sich gemeinsam bei der offiziellen Einweihung über das gelungene Gemeindezentrum Gütenbach (von links) Bürgermeisterin Lisa Hengstler, Kanzleramtsminister Thorsten Frei, Andreas Schirm (Kreisfeuerwehrverband), Landtagsabgeordneter Andreas Braun und Feuerwehr-Kommandant Martin Merz Foto: Stefan Heimpel

Begeistert war die Feuerwehr dann direkt beim Einzug, als endlich einmal alle Fahrzeuge in einer Halle beisammenstanden. Martin Merz, seit 2024 Kommandant der Feuerwehr Gütenbach, machte vor allem deutlich, dass der große Einsatz seines Amtsvorgängers Jürgen Schonhardt seit den ersten Überlegungen bis jetzt zur Fertigstellung eine wesentliche Rolle gespielt habe. Abschließend meinte er: „Es hat sich gelohnt!“ Nun könne sich die Feuerwehr optimal auf Einsätze vorbereiten, aber auch für Ausbildung und Kameradschaft zusammenkommen. Die neue Garage werde allen Anforderungen gerecht, und nicht zuletzt wird deutlich, dass Feuerwehr und Gemeindeverwaltung unter einem Dach vereint eng zusammenarbeiten.

Glückwünsche zum gelungenen Neubau kamen von den beiden Architekten Martin Rosenfelder und Dietmar Haas. Beim Bau habe man den Fokus auf die Funktion gelegt. Er betonte außerdem die umfangreiche Förderung des Projektes durch Land, Bund und Feuerwehr und nicht zuletzt den Einsatz von 30, zumeist regionalen Handwerkern.

„Schön und funktional“

Kanzleramtsminister Thorsten Frei, zugleich Bundestagsabgeordneter für den hiesigen Wahlkreis, erinnerte sich an die langjährige Entwicklung. Zum „Tag des Städtebaus“ sei das Projekt ein gutes Beispiel, dass hier öffentliche Gelder wichtige gemeinsame Dinge voranbringen. Das neue Gemeindezentrum sei funktional und schön, nun gelte es, dieses mit Leben zu füllen. Landtagsabgeordneter Andreas Braun machte deutlich, dass man mit diesem gemeinsamen Gebäude die Zukunft des Dorfes und der Feuerwehr prägt und da ein gutes Zeichen gesetzt habe. Bei allen Problemen haben man hier Weitblick bewiesen.

Drei Geistliche der in Gütenbach vertretenen Konfessionen (von links Joachim Sohn, Dr. Lutz Bauer, Harald Bethäuser) weihten dann gemeinsam das neue Gemeindezentrum mit Rathaus und Feuerwehrgarage mit Gebet und Segen ein. Foto: Stefan Heimpel

Kreisbrandmeister Florian Vetter meinte, dass das alte Feuerwehrgerätehaus gegenüber sicher viele interessante Geschichten erzählen könnte. Das neue Gerätehaus sei damit fast am gleichen Standort wie das bisherige und solle für die Feuerwehr wieder eine Heimat werden. Glückwünsche kamen auch vom Furtwanger Feuerwehr-Kommandant Jochen Löffler als Vertreter der Feuerwehren des oberen Bregtals und Simonswald.

Schließlich übernahmen die drei geistlichen die Segnung: der katholische Pfarrer Harald Bethäuser, evangelische Pfarrer i.R. Dr. Lutz Bauer und der alt-katholische Dekan Joachim Sohn, bevor dann der Festbetrieb begann.