Viele Städte ächzen unter den Sicherheitsvorkehrungen für Weihnachtsmärkte – manche können sich ein Fest deswegen nicht leisten. Das sagen Freudenstadt und Horb zu ihren Maßnahmen.
Weihnachtsmärkte ohne Schutzpoller, gesperrte Zufahrten und Polizei sowie Sicherheitspersonal? Was früher eigentlich selbstverständlich war, ist heute kaum noch vorstellbar.
Anschläge auf Weihnachtsmärkte wie 2024 in Magdeburg rütteln am Sicherheitsverständnis der Menschen. Das Gefühl von Unsicherheit macht sich breit.
Verstärkte Sicherheitskonzepte sollen den Weihnachtsmarktbesuchern diese Sicherheit zurückgeben. Doch zu welchem Preis? Viele Kommunen können eine erhöhte Sicherheit finanziell kaum stemmen, nicht zuletzt auch Magdeburg.
Dort wurde der Weihnachtsmarkt zunächst noch abgesagt – wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen. Nun konnte der Magdeburger Weihnachtsmarkt doch noch öffnen. Wie gehen die Städte im Kreis Freudenstadt nun mit den verschärften Sicherheitsanforderungen um?
Regelmäßige Kontrollen in Freudenstadt
„Der Weihnachtsmarkt verfügt über ein umfassendes und sorgfältig abgestimmtes Sicherheitskonzept“, versichert Christiane Wagner von der Tourismusbehörde Freudenstadt. Zum Konzept gehörten Maßnahmen zur „Verkehrs- und Zugangssicherung“ sowie eine Cannabis- und Waffen-Verbotszone. Der Marktplatz werde zudem aufmerksam begleitet. „Auch außerhalb der Hauptzeiten finden regelmäßig Kontrollen statt“, erklärt sie.
Polizeirevier in Horb günstig gelegen
Beim Horber Advent würden sich die Sicherheitsfragen nicht zum ersten Mal stellen, sagt Inge Weber, Pressesprecherin der Stadt. Für die Veranstaltung gebe es ein abgestimmtes Sicherheitskonzept, das jährlich angepasst werden könne. Darunter fallen geregelte Zu- und Abfahrtswege, klare Rettungs- und Fluchtwege sowie Brandschutzvorkehrungen – alles in enger Abstimmung mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten.
Zur Absicherung werde zusätzlich von abends ab 20 Uhr bis in die Morgenstunden des nächsten Tages Security-Personal eingesetzt. Die Polizei überwache den Horber Advent lagebedingt während ihrer regulären Streifentätigkeit. „Sie ist aufgrund der unmittelbaren Nähe des Polizeireviers zum Festgelände auch darüber hinaus schnell einsatzbereit“, betont Weber.
Städte schweigen zu den Kosten
Zu den Kosten der Sicherheitskonzepte äußern sich beide Städte nur sehr spärlich – konkrete Zahlen könnten nicht genannt werden. In Freudenstadt würden die Kosten im Wesentlichen beim Personalaufwand liegen, so Wagner. Material und Ausstattung seien bereits vorhanden und würden wiederverwendet. Zusätzliche Kosten gebe es keine.
Auch Horb äußert sich vage. „Wie bei allen größeren Veranstaltungen entstehen auch beim Horber Advent Kosten für Sicherheitsmaßnahmen wie Absperrungen, Brandschutz, Security-Dienste und organisatorische Leistungen“, so Weber. Eine isolierte Zahl könne sie nicht beziffern.
Zum Vergleich: Die Stadt Heilbronn gab etwa 250 000 Euro für die Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt aus, in Esslingen war es eine halbe Million Euro, berichtet der SWR.
Keine Garantie für absolute Sicherheit
Aus Freudenstadt heißt es: „Sicherheitskonzepte bedeuten grundsätzlich einen erhöhten organisatorischen, personellen und finanziellen Aufwand.“ Dieser werde bewusst in Kauf genommen, da dies für die Sicherheit notwendig sei.
Horb äußert sich konkreter: „Wir versuchen alle notwendigen Maßnahmen so umzusetzen, dass sie möglichst zurückhaltend gestaltet sind, um die typische Atmosphäre eines Weihnachtsmarktes zu bewahren“, betont Weber. Es sei aber auch wichtig, dass sich die Besucher sicher fühlen könnten. Aber: Auch mit all den Maßnahmen könne es keine absolute Sicherheit bei der Veranstaltung geben. „Diese Garantie kann kein Veranstalter geben.“
Aus Sicherheitsgründen wollten beide Städte nicht zu einzelnen Maßnahmen ins Detail gehen. Aber immerhin: Eine Absage der Weihnachtsmärkte stand weder in Horb noch Freudenstadt zur Debatte.