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In eigener Sache "Ich fühle mich verwundbar"

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Politiker gedenken am Ort des Anschlages in Berlin der Opfer. Foto: dpa

Frank Campos arbeitet seit Kurzem in der Online-Redaktion des Schwarzwälder Boten. Zuvor lebte er über sechseinhalb Jahre in Berlin. Dort ist er nach dem Anschlag vom Montag auch mit seinen Gedanken. 

Weihnachtsmärkte als Ziel von Terror, das war für mich eine der schlimmsten Vorstellungen, und nun ist sie wahr geworden. Gerade erst bin ich von Berlin wieder auf die Schwäbische Alb gezogen. Viele Jahre habe ich als gebürtiger Schwabe im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg gelebt. Die meisten der Berliner Weihnachtsmärkte - und es gibt viele - habe ich besucht und verspürte, ehrlich gesagt, nie Terrorangst. Nun ist die Hauptstadt kurz vor Weihnachten Ziel eines Angriffs geworden und es herrscht Trauer und Entsetzen - auch unter meinen Berliner Freunden.

"Den Breitscheidplatz habe ich immer als sehr multikulturell empfunden"

Sofort kommen bei mir Erinnerungen an Paris, Nizza oder auch den Amoklauf von München hoch. Auf Facebook haben sich kurz nach der Schreckensnachricht sofort Berliner Freunde gemeldet und mitgeteilt, in Sicherheit zu sein. Das hat mich beruhigt, denn ich habe sehr gute Freunde dort. Doch eines wurde mir sofort klar: In Berlin herrscht Ausnahmezustand. Die Angst ist kurz vor dem Weihnachtsfest zurückgekehrt. Und mit der Angst kommen die Fragen: Wie geht unsere Gesellschaft mit der Terrorbedrohung und mit dem faktischen Terror um?

Den Breitscheidplatz habe ich immer als sehr multikulturell empfunden. Dort flanieren genauso chinesische Touristen um die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wie zugezogene Berliner aus aller Herren Länder mit ihren Familien. In Berlin gibt es so viele Großveranstaltungen und Menschenansammlungen, oft war ich auf Rockkonzerten, Demonstrationen oder eben auf Weihnachtsmärkten. Nie habe ich mich unsicher gefühlt, selbst nicht nach den Anschlägen von Paris.

"Ich fühle mich verwundbar"

Mir ist beim Schauen der bedrückenden Fernsehbilder plötzlich eingefallen, dass sich meine Familie, die im Zollernalbkreis wohnt, nicht ganz zu Unrecht um mich und meine Lieben, ich bin Ehemann und Vater von zwei Kindern, gesorgt hat. Doch bin ich nun sicherer, weil ich wieder im Ländle wohne? Ich fühle mich verwundbar. Trotz meines Umzugs bin ich mit meinem Herzen noch immer in meiner alten Heimat und vor allem mit meinen Gedanken bei den vielen Opfern des Anschlags von Berlin.   

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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