Benni Sattler und Nadine Klaus mit einigen ihrer Schützlinge, die sie in der "Villa Hundebunt" aufpäppeln bis sie ein seriöses neues Zuhause gefunden haben. Foto: Kost

Seit über drei Jahren gibt es den Verein "Villa Hundebunt" in Gruol. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hunde in Not aufzunehmen und in ein besseres Zuhause zu vermitteln. Auch dieser Verein hat mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen – aber auch viel Unterstützung erfahren.

Haigerloch-Gruol - Seit der Gründung der "Villa Hundebunt" als Verein im November 2017 und darauf folgenden baulichen Veränderungen in einem alten Bauernhaus in der Bräuhausstraße, ist in der Hundepension mit ihren derzeit etwa zehn Hunden eine Menge passiert. Das zeigt ein Rundgang mit der Vereinsvorsitzenden Nadine Klaus und ihrem Lebensgefährten Benni Sattler auf dem Gelände.

Auf dem Anwesen, an dem die Stunzach vorbeiplätschert, sind vier voneinander getrennte und terrassenförmig angelegte Gehege für Hunde entstanden. Dazu eine geflieste Küche zur Aufbewahrung und Zubereitung des Futters, es gibt ein Quarantänezimmer und auch einen Rückzugsort für besonders sensible Vierbeiner, wenn sie Ruhe oder Wärme suchen.

Zwar stellen Nadine Klaus und Benni Sattler ihr Bauernhaus und ihr Grundstück für die Betreuung der Hunde zur Verfügung, organisatorisch läuft aber alles über den inzwischen 115 Mitglieder zählenden Verein.

Viel ehrenamtliches Engagement

Und der funktioniert hauptsächlich durch viel ehrenamtliches Engagement. Nadine Klaus und Benni Sattler – beide gehen nach wie vor ihrer hauptberuflichen Tätigkeiten als Schornsteinfegerin und Zimmermann nach – haben Helferinnen und Helfer, die sie unterstützen. Sei es beim Füttern der Tiere oder bei Gassi-Gängen.

Täglich werden die Hunde zudem in einen eigens umgebauten Transporter geladen und auf ein 5500 Quadratmeter großes Gelände nahe des Haldenhofs an der Gruoler Weinberghalde gebracht. Dort kann Nadine Klaus mit ihnen trainieren.

Dank entsprechender Kontakte nimmt sie vorwiegend Straßenhunde aus Spanien oder osteuropäischen Ländern auf. Dies holt sie in Abholstationen in Dettenhausen bei Tübingen oder Holzgerlingen ab. Aber auch andere Hunde in Not, mit Handicap oder "Problemhunde" finden in der "Villa Hundebunt" Unterschlupf. Das Alter, oder die Größe spielt übrigens keine Rolle. Jeder Hund erhält nach Ankunft in der Villa einen Steckbrief, wird geimpft, gechippt und – sofern noch nicht geschehen – kastriert.

Im Idealfall bleiben die Hunde nur kurze Zeit in der Bräuhausstraße, denn die "Villa Hundebunt", auf diese Feststellung legt Nadine Klaus großen Wert, ist kein Gnadenhof sondern eher eine Durchgangsstation für Hunde, die oft ein schlimmes Schicksal erlitten haben und erst wieder Vertrauen zu Menschen aufbauen müssen. Das sollte auch denjenigen bewusst sein, die sich aus der Hundepension einen Hund holen möchten.

Über ihre Homepage und Facebookseite oder auch in speziellen Portale für Hundevermittlung informiert die "Villa Hundebunt" über ihre Hunde.

Vereint ist auf Spenden angewiesen

Bahnt sich eine Vermittlung an, geht Nadine Klaus sehr ernsthaft an die Sache heran. "Ich versuche den Interessenten klar zu machen, dass sie nicht nur anhand der Bilder eine Entscheidung treffen sollen", erklärt sie. Hund und Mensch sollten eine Bindung zueinander aufbauen – sonst droht dem Hund nämlich das selbe Schicksal, das er schon hinter sich hat. Im schlimmsten Fall irgendwo ausgesetzt.

Bisher läuft die Arbeit in der "Villa Hundebunt" recht erfolgreich. 250 Hunde wurden bereits vermittelt, hauptsächlich an Interessenten aus dem Zollernalbkreis, aber auch aus benachbarten Landkreisen wie Rottweil oder Freudenstadt.

Freilich ist für diese Arbeit viel Enthusiasmus nötig, Stunden darf man dabei nicht zählen. Ihren ersten Hund hatte Nadine Klaus mit neun Jahren, vor elf Jahren machte sie den Trainerschein.

Um Futter oder Tierarztkosten im knapp fünfstelligen Bereich begleichen zu können, ist der Verein auf Sponsoren und Spenden angewiesen. Spenden hat "Hundebunt" vor allem bei ihren bisher zweimal veranstalteten Tagen der offenen Tür auf dem Grundstück beim Haldenhof bekommen, aber diese musste im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie leider abgesagt werden. Auch der Einsatz der freiwilligen Helfer war wegen der Kontaktbeschränkungen erschwert.

Umso mehr hat sich Nadine Klaus gefreut, als zur Weihnachtszeit aus dem Raum Haigerloch eine ganze Menge Geld- und Futterspenden eingingen. Klaus: "Teilweise haben die Leute das persönlich bei uns vorbeigebracht."