Die Kommunikation zwischen Holcim und der Kommune dürfte laut Gemeinderat besser funktionieren. Foto: Holcim

Ein formaler Antrag über ein Holcim-Projekt mündete im Gemeinderat in mächtig Ärger über die Vorgehensweise und die Kommunikation des Zementherstellers.

Der Ton macht die Musik: Und mit dem Ton beziehungsweise mit dem Umgang seitens des Zementherstellers Holcim mit der Gemeinde Dotternhausen passt dem Gemeinderat derzeit gar nicht. Einige verschafften ihrem Ärger in der Sitzung am Mittwochabend etwas Luft.

 

Ursprung der hitzigen Runde war der eigentlich unspektakuläre Ordnungspunkt 3 auf der Tagesordnung. „Errichtung und Betrieb einer Abgasreinigungsanlage (KAREm EMI) und Lagerung und Einsatz von weiteren Stoffen (Abfällen) als Ersatzrohstoffe in der Klinkerproduktion.“

Art der Antragsstellung wird kritisiert

Hintergrund ist der Plan von Holcim, eine Abgasreinigungsanlage zu errichten, wie bereits vor einigen Monaten angekündigt wurde. Eigentlich war die Abstimmung am Mittwoch reine Formsache, da bereits vorherige Anträge geprüft und abgearbeitet wurden.

Doch genau in dieser Art der Antragsstellung sehen die Räte ein Problem. Georg von Cotta sprach von einer „Salamitaktik“ und ärgerte sich über die Anträge, die „scheibchenweise an uns herangetragen werden“.

Philipp Kopp wurde noch deutlicher: „Die Art und Weise der Antragstellung von Holcim geht mir gegen den Strich.“ Er verwies auf unglückliche Zeitpunkte der Stellung, aufgrund derer und der engen Fristen man sich gar nicht richtig in die Thematik einarbeiten könne.

Offener Brief an Holcim angekündigt

„Ich bin grundsätzlich für das Holcim-Projekt, mit dem Emissionen heruntergefahren werden können, aber wegen der Form der Antragstellung werde ich künftig in diesen Sachen dagegenstimmen“, so Kopp.

Nachdem weitere Räte sich ihren Vorrednern anschlossen und ihren Unmut äußerten über die Kommunikation und „fehlenden Respekt“ seitens des Unternehmens, war es Elisabeth Menholz, die anmerkte: „Wenn wir damit unzufrieden sind, dann müssen wir eben mehr Termine mit Holcim ausmachen.“

Womöglich trudelt bald Post in Form eines offenen Briefes bei Holcim ein, in dem sich der Gemeinderat direkt an den Zementhersteller wendet. Am kommenden Dienstag kommt der Rat erneut zusammen, auch dann steht Holcim auf der Tagesordnung. Es geht um eine Stellungnahme, die an das Regierungspräsidium Tübingen noch gehen muss.