Frisch biergeduscht: Oddur Gretarsson, Felix Danner, Jens Schöngarth und Daniel Ingason feiern den Aufstieg gebührend. Foto: Eibner-Pressefoto/Thomas Schips

Es ist geschafft: Die erste Handball-Bundesliga hat die „Gallier von der Alb“ wieder. Die Reaktionen reichen von „Geil!“ bis „Wahnsinn!“

„Die Gallier sind wieder da, wo sie hingehören: In der ersten Handball-Bundesliga“, triumphierte der Hallensprecher in der Balinger SparkassenArena ins Mikrofon, als der HBW Balingen-Weilstetten die SG BBM Bietigheim mit 41:28 abgefertigt hatte.

 

Volle Begeisterung

Seine Stimme ging im Jubel der rund 2200 HBW-Fans fast unter, die sich schon vor Spielbeginn aus Vorfreude und während der Partie vor Begeisterung heiser geschrien hatten. Laut grölten sie den HBW-Song „Wir sind Eins für die Ewigkeit“ mit, während sich die Handballer auf der Platte rote Trikots mit eben diesem Motto auf der Brust überstreiften.

Schon in der letzten Viertelstunde des Spiels hatte die Party auf den Rängen begonnen, und sie dauerte noch viele Stunden. Das HBW-Bewirtungsteam war vorbereitet und hatte sich mit mehr Bier als üblich eingedeckt. Ihnen und allen anderen Verantwortlichen des Vereins galt der Dank von Trainer Jens Bürkle: „Sie alle haben uns zu einem fantastischen Jahr geführt.“

Perfekte Balance

Auch seinen Jungs zollte er ein großes Lob für ihre konstante Leistung über die gesamte Saison: Sie hätten die Balance zwischen Spaß und konsequenter Arbeit gefunden. Bis Donnerstag haben sie trainingsfrei. Falls alles klappt, verbringen sie ihren dreitägigen Urlaub gemeinsam auf Mallorca. „Danach sehe ich sie hoffentlich nüchtern. Wir haben noch Aufgaben vor uns“, so Bürkle, der sich aber auch sicher ist: „Da kann ich mich drauf verlassen.“

Strobel „stolz und glücklich“

Früher bildete Bürkle das kongeniale Kreisläufer-Duo mit HBW-Manager Wolfgang Strobel, der nach dem Saisonende in die Privatwirtschaft wechselt. Zum Abschied nach acht Jahren auf diesem Posten könne er sich nichts Schöneres vorstellen, sagte Strobel: „Ich bin stolz und glücklich, das erreicht zu haben.“

In den 20 Jahren seit Bestehen des Vereins sei es bei vier Aufstiegen das erste Mal, dass dieser vor eigener Kulisse perfekt gemacht worden sei: „Das ist unbeschreiblich. Am Mittwoch gegen Coburg hat noch die Lockerheit gefehlt. Aber heute hat die fantastische Atmosphäre die Anspannung gelöst.“

Als Grund für den Erfolg nennt er, dass die ganze Zeit über die Ruhe bewahrt worden sei und zu Saisonbeginn ganz enge Spiele noch gewonnen worden seien: „Seit dem vierten Spieltag waren wir Tabellenführer, und diese Position war nie gefährdet. Die Mannschaft hat funktioniert, weil Freundschaft herrscht. Das heutige Spiel war das i-Tüpfelchen.“

Saueressig: „Wahnsinn“

Lukas Saueressig, ein HBW-Eigengewächs mit reichlich Erstliga-Erfahrung, war in den letzten Jahren von schweren Verletzungen gebeutelt. Die Rückkehr in die stärkste Liga der Welt markiere für ihn nach den Leidensjahren ein besonderes Ereignis: „Bei mir herrscht momentan nur Freude. Dass wir vor so einer Kulisse mit so einem Spiel alles klarmachen, ist der Wahnsinn.“

Gretarsson: „Unbeschreiblich“

Für den Isländer Oddur Gretarsson ist es bereits der zweite Aufstieg mit dem HBW: „Wir haben das alle gehofft, es war unser großes Ziel. Das Gefühl, das erreicht zu haben, kann ich gar nicht beschreiben. Ich bin seit sechs Jahren hier und kenne so viele Leute hier, die wir heute glücklich gemacht haben.“

Schoch: „Verdienter Lohn“

Auch für Jona Schoch, der ebenfalls zum zweiten Mal mit dem HBW in die höchste Spielklasse aufsteigt, ist dies ein unbeschreibliches Gefühl. Letztlich sei es der Lohn nach einem harten Kampf mit vielen engen Spielen. „Aber wir haben die Leistung gebracht, weil die Verantwortung auf viele Schultern verteilt gewesen ist.“

Am Samstag waren es vor allem seine Schultern, die den HBW mit zehn Schoch-Toren zum Triumph getragen haben: „Ich hatte ein gutes Gefühl vor diesem Spiel. Und als der erste Ball drin gewesen ist, wurde ich immer sicherer.“

Schöngarth: „Bock umgestoßen“

Dieses „gute Gefühl“ habe sich die Mannschaft eigentlich schon am Mittwoch beim zittrigen 30:28-Erfolg in Coburg erarbeitet, glaubt Jens Schöngarth, der in der Winterpause bis zum Saisonende verpflichtet worden war: „Da haben wir den Bock umgestoßen. Eigentlich konnte uns nach diesem Sieg nichts mehr passieren. Und heute waren wir richtig gut.“

Danner: „Geil gemacht“

Wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade konnte Kapitän Felix Danner den Erfolg nicht selbst auf der Platte feiern. Für den 36-jährigen ehemaligen Nationalspieler ist es der erste Aufstieg überhaupt in seiner Karriere: „Ich wollte unbedingt dabei sein, aber es ging halt nicht. Die Jungs haben das geil gemacht. Wir haben uns den Aufstieg verdient, und ich freue mich unheimlich, noch einmal erste Liga zu spielen.“