Marcel Bender, Torhüter des SV Seedorf, überzeugte mit starken Paraden. Foto: Andreas Reutter

Auch im wichtigen Duell mit dem TuS Ergenzingen bleibt die Offensive das „Sorgenkind“ des SV Seedorf, der nach dem 1:1 nun auf den Relegationsplatz abgerutscht ist.

Der mögliche Befreiungsschlag blieb für den SV Seedorf aus. Positiv bewertet Trainer Emanuele Ingrao dennoch, dass man den Abstand zum TuS Ergenzingen gewahrt habe. Allerdings wurde nicht verhindert, dass der SV Seedorf nun auf den Relegationsplatz abgerutscht ist.

 

Bei der so wichtigen Partie mit einem direkten Konkurrenten war der SV Seedorf zumindest personell so gut aufgestellt wie lange nicht. SVS-Coach Ingrao hatte eine vollbesetzte Ersatzbank mit acht Alternativen. Noch besser war der TuS Ergenzingen bestellt, Trainer Julian Schwend hatte zehn Ersatzleute auf der Bank. Auch das verdeutlicht, wie wichtig in beiden Lagern das Spiel gesehen wurde.

Während man beim TuS Ergenzingen das Unentschieden aufgrund des Verlaufs mit mehr Spielanteilen und einem deutlichen Plus an Tormöglichkeiten fast wie eine Niederlage sah, konnte Ingrao besonders positiv bewerten, „dass wir in der Defensive sehr gut standen.“ Besonders SVS-Torhüter Marcel Bender seine Klasse mit einigen starken Paraden unter Beweis stellte.

Das „Sorgenkind“ beim SV Seedorf bleibt nach wie vor die Offensive. Von der Besetzung schon im gesamten Saisonverlauf muss der SVS-Trainer improvisieren, sind die Alternativen, gerade hinsichtlich der „Wunschbesetzung“ aufgrund von Verletzungen eingeschränkt. So auch in Ergenzingen. So erleichtert Emanuele Ingrao war, als Harut Arutunjan „Grünes Licht“ für den Einsatz gab, „traten seine Rückenprobleme schon in der ersten Halbzeit wieder auf. Er hat es zwar weiter versucht, doch nach wenigen Minuten in der zweiten Halbzeit musste ich ihn auswechseln.“

Für Arutunjan kam in der 50. Minute Yannik Schädle ins Spiel, doch auch der Offensivspieler ist aufgrund von Verletzungen derzeit nicht bei 100 Prozent. Eine Folge: „Wir konnten dann für wenig Entlastung sorgen, haben unsere wenige Konter nicht genutzt“, erkannte der Trainer des SV Seedorf. Die Umstellung, um die Abwehr zu stärken, brachte den gewünschten Effekt, denn der TuS Ergenzingen machte zunehmend mehr Druck, erst recht, als die Gastgeber zum 1:1-Ausgleich kamen. Daher großes Lob und Anerkennung von Ingrao an seine Mannschaft: „Die Jungs haben großartig gekämpft, das Unentschieden verteidigt.“

So dominant der TuS Ergenzingen auch war, vor dem ersten Sieg im dritten Aufeinandertreffen mit dem SV Seedorf stand, Sekunden vor dem Abpfiff hatte Linus Haag in der Nachspielzeit die große Chance zum Siegtreffer, scheiterte jedoch am Pfosten des TuS-Kastens.

Bis zur Winterpause bieten sich dem SV Seedorf noch zwei Möglichkeiten, um zu punkten. Am kommenden Samstag im Derby gegen den SV Zimmern, ist der SVS gegen den Tabellenführer trotz Heimspiel in der Außenseiterrolle. Am 13. Dezember kommt es zur Neuansetzung der abgebrochenen Partie gegen den SSC Tübingen, sollte das Wetter mitspielen. Im Kampf um den Klassenerhalt hat dieses Spiel eine enorme Brisanz.