Insgesamt gibt es ausreichend Kindergartenplätze in der Stadt , auch weil die Geburtenzahl sinkt. Wegen Personalmangels gibt es eine Ganztagsbetreuung weiterhin nur in der Kernstadt.
Im Schul-, Kultur und Sozialausschuss haben die Kindergartenleiterinnen einen Überblick über die aktuelle Situation in ihren Einrichtungen gegeben. Valentina Moser aus dem Hauptamt erklärte, dass die Geburtenzahl in der Stadt Bad Liebenzell sinke. 2020 seien noch 104 Kinder geboren, 2024 seien es nur noch 75 gewesen. Für die Kindergärten mache es das einfacher, weil weniger Plätze benötigt würden.
Voll belegt
Im Marienstift in der Kernstadt werden aktuell 109 Kinder in sechs Gruppen betreut. Nach den Sommerferien werden laut Prognose 129 Plätze benötigt. Die kann die Einrichtung gerade so bieten. Ab dem Kindergartenjahr 2026/2027 sinkt der Bedarf aber wieder auf 119 Plätze. Die niedrigere Geburtenzahl macht sich dann schon bemerkbar. Das Marienstift ist die einzige Einrichtung in der Stadt, die ein Ganztagesangebot hat. Das wird wegen Personalmangels erst einmal so bleiben, erklärte Moser. Weder in Möttlingen noch in Unterhaugstett wird es im kommenden Jahr ein solches Angebot geben.
Die Leiterin des Marienstifts, Aurelia Klose, sagte, dass die Ganztagsplätze voll belegt seien. Es gebe ein Warteliste. In ihrer Einrichtung sei die Personalsituation aufgrund von Neueinstellungen aber in Ordnung.
23 Mitarbeiter habe sie, viele davon in Teilzeit. Um eine weitere Ganztagsgruppe anzubieten bräuchte sie aber drei Kräfte mehr. Klose sah eine große Herausforderung für ihr Team. 61 Kinder hätten nicht-deutsche Eltern. Insgesamt seien Kinder aus 18 Nationen im Marienstift.
Viele sprächen kein Deutsch, manche Eltern auch nicht. 18 Kinder bekämen eine Sprachförderung. Für ihre Belegschaft sei das herausfordernd. Auf die Grundschule käme das perspektivisch auch zu. „Wir sind eine Integrations- und Inklusionseinrichtung“, sagte Klose.
Entspannter geht es in Beinberg zu. Zwar sind auch hier die 22 Plätze voll belegt. In den kommenden Jahren wird der Bedarf aber geringer. „Wir sind immer voll“, sagte Leiterin Annette Hölzle. Aber die Personalsituation sei gut.
Neue Kapazitäten werden aktuell in Maisenbach-Zainen geschaffen. Hier soll eine zusätzliche Kleingruppe im Erdgeschoss unterkommen. Die Bauarbeiten laufen. Leiterin Susanne Winkelmann rechnet mit einer Inbetriebnahme im Herbst. Nur die Feuertreppe fehle noch.
22 Kinder besuchen ihre Einrichtung. Ab Herbst soll der Platz dann für den prognostizierten Bedarf an 28 Plätzen reichen. „Wir brauchen aber noch das Personal für die neue Gruppe“, so Winkelmann.
Sprachförderung nötig
Den Kindergarten in Unterhaugstett besuchen momentan 31 Kinder. Auch hier steigt der Bedarf in den kommenden Jahren an, aber nie über die Kapazität von 47 Plätzen. „Wir haben noch Puffer-Plätze“, so Leiterin Bettina Rössle. Das liege auch daran, dass der nahe Waldkindergarten die Situation entlaste. Auch in Unterhausgtett würden Kinder aus anderen Ländern, zum Beispiel Kamerun und Somalia, betreut - allerdings in geringere Zahl als im Marienstift. Eine Sprachförderung sei trotzdem nötig.
Der Waldkindergarten bietet 60 Plätze. Die bekommen vor allem Kinder aus Bad Liebenzell. Aber auch 24 Kinder aus den Nachbarkommunen werden dort betreut. Verwaltungsleiterin Michaela Sondej erklärte, dass die Einrichtung auch eine Ferienbetreuung anbiete. Zudem wolle sich der Waldkindergarten zum Familienzentrum entwickeln, dafür Fördergelder beantragen. Die Zukunft des Vereins sei – entgegen anders lautender Gerüchte – gesichert. Es werde strukturelle Veränderungen geben. „Im Juni wird ein neuer Vorstand gewählt“, so Sondej.
Platz wird knapp
In Monakam hingegen wird der Platz knapp. 54 Kinder gehen dort in den Kindergarten. Die Zahl steigt in den kommenden Jahren auf 65. Allerdings gibt es nur 54 Plätze. Moser will das „aussitzen“.
Die Geburtenzahlen sänken ja wieder. Eine Erweiterung des Gebäudes sei vom Tisch, die „Wünsch-dir-was-Zeiten“ vorbei. Unterhaugstett und der Waldkindergarten könnten den Platzbedarf auffangen. Für eine Ganztagsbetreuung in Monakam fehle das Personal, so Leiterin Veronika Barth. Die Zahl „herausfordernder Kinder“ nehme zu.
In Unterlengenhardt wird der Kindergarten aktuell neu gebaut. Damit kann der künftige Bedarf an 31 Plätzen gedeckt werden. Aktuell besuchen 17 Kinder den Waldorfkindergarten. Sie rechne damit, dass der Neubau im Herbst bezogen werden kann, so Leiterin Andrea Seidl-Faller.
Im Möttlinger Kindergarten gebe es noch freie Plätze, so Leiterin Conny Seeger. So könne man die künftig 55 Kinder aufnehmen. Aktuell besuchen 41 Kinder die Einrichtung.
Es kam die Frage auf, ob das Volksbankgebäude dann noch benötigt wird. Das hatte die Stadt einst für eine mögliche Erweiterung erworben. Bürgermeister Roberto Chiari erinnerte daran, dass durch das Baugebiet Wasenäcker der Bedarf an Plätzen weiter steigen könne. Außerdem bedankte er sich bei Seeger. Sie geht im September in den Ruhestand. Sie habe Generationen von Möttlingern geprägt, so Chiari.