Anton Würmlin hat alles auf eine Karte gesetzt und seine eigenen Klamotten mit badischen Ausdrücken entworfen. Seit 2021 ist er mittlerweile mit dem „Freiburgs Finest – Flagship Store“ in der Schusterstraße ansässig und hat sein Sortiment stetig erweitert.
Wer den „Freiburgs Finest – Flagship-Store“ in der Schusterstraße in Freiburg betritt und einen klassischen Souvenirshop in unmittelbarer Nähe zum Münster erwartet hat, wird enttäuscht. „Den Bollenhut gibt es auf meinen eignen Produkten nicht zu sehen, der gehört nach Gutach“, erklärt Anton Würmlin. Bei ihm gibt es stattdessen Shirts mit dem Aufdruck „Freiburg“, „Salli“ oder „Wem ghersch du“ oder Mützen mit „Baden“ sowie regionale Gins. Auf Ginflaschen anderer Marken, die er im Laden verkauft, könne der Bollenhut aber durchaus drauf sein. Darauf habe er keinen Einfluss.
Das Klientel, dass seinen Laden betritt, ist unterschiedlich. Das merkt man auch während des Besuchs unserer Redaktion in seinem Geschäft. Von Touristen, die einfach mal reinschauen, zu Studenten, die gezielt eines der Produkte kaufen, bis zu Menschen, die wegen der großen Ginauswahl kommen und sich beraten lassen.
Mit regionalen Gins wurde das Sortiment erweitert
Begonnen hat für Anton Würmlin alles als Hobby neben seinem Beruf. Seine Idee, T-Shirts mit regionalem Bezug zu entwerfen. Als der gelernte Industriemechaniker aufgrund eines Unfalls nicht mehr in seinen ursprünglichen Beruf zurückkonnte, setzte er alles auf eine Karte und widmete sich fortan ganz seinem Label „Freiburgs Finest“. Er wurde mit einem Büro und einem Pop-Up-Store auf der Haid sesshaft. Seit diesem Zeitpunkt ist auch seine Frau Magdalena Wisniewski dabei und unterstützt ihn als Store-Managerin.
Würmlin arbeitete sich fortan weiter in die Textilproduktion ein und begann ein weiteres Standbein aufzubauen: Er hat zu regionalen Firmen Kontakt aufgenommen und für sie Merchandise-Produkte wie Mützen produziert. „Sie wollten ein cooles Produkt, das ihre Marke repräsentiert, ich hatte das Know-how, wie man so etwas herstellt“, erklärt Würmlin.
Aufgrund des regionalen Bezugs seiner Mode funktioniere der Online-Shop zwar, aber „Menschen aus Freiburg wollen keine Versandkosten zahlen, sondern lieber direkt vorbeikommen“, zeigt der 32-jährige auf. So kam das Pop-Up-Store-Programm der Stadt Freiburg wie gerufen.
Anfangs war der Laden noch improvisiert
„Ich war zusammen mit anderen Labels beim Pop-Up-Store hier in diesem Laden dabei, da habe ich gemerkt, cool, meine Produkte kommen an“, blickt der junge Unternehmer zurück. Im Anschluss an den Pop-Up-Store konnte man sich auf den Laden, der der Stadt Freiburg gehört, bewerben. Dann ging alles ganz schnell. Von der Zusage bis zur Eröffnung hatte er nur wenige Wochen Zeit. „Am Anfang war noch alles improvisiert. Ich habe quasi mein Messeequipment aufgebaut“, erklärt Würmlin. Nach und nach habe er dann das Innenleben des Geschäfts in Eigenarbeit umgestaltet und auch die Möbel selbst gebaut.
Um sein Sortiment zu erweitern und nicht nur Mode anbieten zu können, hat sich Würmlin auf regionale Gins spezialisiert. „Alle Brands, die ich verkaufe, kommen aus der nahen Umgebung von etwa 50 Kilometern“, zeigt Würmlin auf. Auch hier habe sich der Industriemechaniker in die Materie reingefuchst. „Von Frank Küchlin vom Böttchehof in Schallstadt habe ich viel gelernt“, erklärt er. Mit ihm hat Würmlin auch die Marke „Goldhain“ entwickelt, die Gins, Schnäpse und Whisky im Angebot hat und die mit Etiketten aus Leder versehen sind. „Beim Design der Etiketten habe ich mein Wissen aus der Textilproduktion mit einfließen lassen“, erklärt Würmlin, der sein eigenes Portfolio stetig erweitert aber „immer ohne den Bollenhut“, wie er ergänzt.