Die Comedians Käthe Kächele (von links), Leibssle, Schwäbische Erotik und Link Michel sind am Samstag bei der Schwabennacht in der Hausacher Stadthalle aufgetreten. Foto: Agüera

Gleich vier Comedians aus dem Ländle zogen im Rahmen der zweistündigen Veranstaltung in der Hausacher Stadthalle aufs Schönste vom Leder.

„Heute darf jeder Schwabe sein“, hieß es beim musikalisch-rockigen Auftakt am Samstagabend in der Stadthalle. Die war fest in Schwabenhand, zumindest auf der Bühne. Und dort zogen gleich vier Comedians aus dem Ländle alle Register, sorgten für eine heitere, skurril-komische Schwabennacht.

 

Mit Käthe Kächele, Leibssle, Schwäbische Erotik und dem Link Michel war Abwechslung pur und feinstes Kabarett geboten: tiefgründig, verschämt, aufrüttelnd, in Erinnerungen schwelgend und vor allem voller kluger Ratschläge, die das amüsierte Publikum gebrauchen konnte oder eben auch nicht.

Käthe Kächele ließ ihren „Dicken“ daheim und genoss es sichtlich ohne Karl-Eugen. So konnte sie vom Leder ziehen, hatte zu allem etwas zu sagen, redete sich schier in Rage und machte sich vor allem für das weibliche Geschlecht stark. „Keine Frau gibt viel Geld aus, ihr Männer kennet net rechne“, hielt sie fest. Von Romantik sei überhaupt keine Spur: Egal, ob im Bett mit der neuen „Satäng“-Bettwäsche, in das ihr „Dicker“ die Auto-Fußmatten legte, weil er dreimal oben reingelegen und unten wieder rausgerutscht sei, oder als sie nach dem nervenaufreibenden Einkaufsdrama endlich ihre gelben Dessous anhatte, die ihn lediglich daran erinnerten, noch die Gelben Säcke raus zu legen. Deshalb gelte bei der Auswahl eines Mannes: „Wenn der Vater ein Dackel isch, kann kein Schäferhund draus werden.“

Männer müssen allerlei Kritik einstecken können

Acht Kilo nahm Leibssle seit Mitte September ab. „Gut, ich hab’s wieder drauf.“ Mit Leibssle trat ein eher philosophischscharfsinniger Betrachter auf, der die Unzulänglichkeiten des Lebens und Tücken des Alltags, in die er sich selbst hinein manövrierte, ausufernd hinterfragte und nebenbei aus dem Nähkästchen plauderte.

Weihnachtsfeiertage mit der Verwandtschaft, Fahrradfahrer als natürliche Feinde des Hundebesitzers, sein Freund Schlotterbeck, dessen Anorak er an der Garderobe aufhängte – „gut, er war noch drin“ –, Polizisten-Schwiegersohn oder sein „besonderer Wilfried“ aus dem Publikum – Leibssle schlug gekonnt den Bogen; mal charmant, dann wieder bissig-bruddlig und immer wieder schelmisch augenzwinkernd.

Rasant nahm Link Michel an Fahrt auf und steckte gleich mal die Grenzen ab: „Mir Schwobe hen Erfolg.“ Noch heute trage er die Badehose mit seinem Seepferdchen von 1973. „Es gibt günstigere Modelle“, blickte er auf seinen chaotischen Familienalltag mit drei Töchtern, dem „Chiwawa, der beim Gassilaufen in den Gulli fliegt“ oder dem einzigen Campingurlaub samt missglücktem Zeltaufbau: „Heringe bringst du nur tiefgefroren in den Boden rein.“

Himmels-Fee spielte Amor – auch im Publikum

Aus noch so skurrilen Alltagssituationen wand sich Link Michel immer wieder heraus, erklärte das Unmögliche und hatte auch bei gesellschaftskritischen Themen eine kluge Meinung. „Samenspender“ sei in Zeiten der Emanzipation noch der einzige typische Männerberuf. Selbst im Baumarkt würde es schon „Rauputz*Innen“ geben.

Selbstironisch blieb auch Christiane Maschajechi als Schwäbische Erotik. Sexy und herzallerliebst bestach sie singend und wortgewandt, ging „Second Hand“ mit nicht sitzendem Push-Up – „eher ein Fall down“ – auf Casting-Tour. Sie räkelte sich zu „Sex ist ein herrliches Hobby“ auf dem übergroßen Pumps, obwohl man sich ab einem gewissen Alter auf dem „Wühltisch der Gesellschaft anbieten muss“ und oft nur ein Schokoladen- Anti-Frustprogramm helfe.

Als gestresste Himmels-Fee übernahm sie für Amor die Liebeszusammenführung, auch im Publikum, und wusste in allen Liebesdingen Bescheid: „Tindern ist wie Schrottwichteln“ und „küsst man einen Mann mit Bart, erspart man sich das Zähneputzen“.

Fazit zur Veranstaltung

Insgesamt ließ sich zur Schwabennacht mit vier Comedians in der Hausacher Stadthalle folgendes Fazit ziehen: Mit schwarzem Humor, augenzwinkerndem Wortwitz und Klamauk, gepaart mit scharfzüngiger und wortgewandter Selbstironie, sorgte die Veranstaltung in der Stadthalle zum Jahresbeginn für eine zweistündige Auszeit und herzhafte Unterhaltung. Da bald die Fasent folgt, wird dort weiterer Humor garantiert.