Vor zwei Jahren war Nyamekye Awortwie-Grant noch bei der TSG Balingen, nun spielt er in der 3. Liga bei Energie Cottbus – wir haben mit ihm über seine rasante Entwicklung gesprochen.
Für Nyamekye Awortwie-Grant waren die vergangenen beiden Jahre sicherlich turbulent, denn vor zwei Jahren stand der heute 25-Jährige noch bei der TSG Balingen im Kader und war dort bis zur Übernahme von Murat Isik nicht wirklich eine Stammkraft – mittlerweile ist er Profi und Stammspieler beim Drittligisten FC Energie Cottbus. Dieser steht auf Rang zwei und siegte zuletzt mit 3:2 gegen Viktoria Köln.
Zum Spiel sagt der Energie-Verteidiger: „Wir waren nicht ganz zufrieden und auch 0:1 zurück. Es war wichtig dass wir in der zweiten Halbzeit dann mutig gespielt und an den Sieg geglaubt haben.“
Starke Offensive
Awortwie-Grant, der zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, sagt weiter: „Es war nicht das erste Mal, dass wir einen Rückstand aufgeholt haben, das ist natürlich schön, da hat man ein Gefühl, dass man sich auf die anderen verlassen kann und dass wir immer für ein Tor gut sind. Wir haben generell schon viele Tore geschossen, was für uns spricht.“
Energie Cottbus steht nach 16 Spieltagen in der 3. Liga auf Tabellenplatz zwei, punktgleich mit dem MSV Duisburg, aber mit auch nur drei Punkten Vorsprung auf Rang fünf. Der Ex-Balinger erklärt: „„Wir sind sehr froh, dass wir schon jetzt sehr viele Punkte für das oberste Ziel, den Klassenerhalt, geholt haben und auch noch weitere Punkte holen können. Wenn man da oben steht, dann möchte man sich auch dort halten. Wenn nach dem Winter die Punktzahl ausreichend ist, dann könnten wir richtig angreifen und wenn die Chance da ist, dann würden wir sie auch nutzen wollen.“
Als Ziel sieht er den Aufstieg aber nicht unbedingt: „Ziele passt man an, aber es ist wichtiger, sich in der 3. Liga weiter zu etablieren.“
Oft in der Startelf
Awortwie-Grant wechselte erst zu Beginn dieser Spielzeit nach Cottbus und spielte dort sofort eine wichtige Rolle. Mittlerweile steht er bei 13 Einsätzen in der Liga, die meisten davon über 90 Minuten. Dazu sagt er: „Ich bin sehr froh über diese Weiterentwicklung. In Balingen habe ich am Anfang nicht so viel gespielt, bei den Kickers aber auch ziemlich direkt und mit der Einstellung, dass alles möglich ist, bin ich dann auch hierher gewechselt. Ich bestätige mich und bin stolz und glücklich, dass ich das Vertrauen bekomme.“
Auch im DFB-Pokal gegen RB Leipzig verteidigte Awortwie-Grant: „Wir hatten mehr Torschüsse in der ersten Hälfte und auch mal den Ball, da denkt man sich dann schon, die kochen auch nur mit Wasser, aber in den Details waren wir überall einen Tick schwächer. Es gibt ein paar Spieler, die es aus der 3. Liga weit schaffen, wie beispielsweise Nick Woltemade.“
Trainer mit Kultstatus
Sein Trainer Claus-Dieter Wollitz ist in Cottbus schon eine Kultfigur. Seine aktuelle Amtszeit, die seit 2021 andauert, ist schon die dritte beim FC Energie ist. Awortwie-Grant sagt: „Er hat mir von Anfang an gesagt, dass er sehr viel in mir sieht und war auch der Mann, der entschieden hat, dass der FC Energie Cottbus mich verpflichtet. ’Pele’ hat mich direkt spielen lassen. Wir bringen insgesamt gute Lauf- und Sprintwerte auf den Platz, da die Intensität in dieser engen Liga besonders wichtig ist. Das betont der Trainer richtigerweise sehr oft.“
Vor dem Wechsel zu Cottbus, spielte Awortwie-Grant ein Saison bei den Stuttgarter Kickers und zuvor in Balingen, wo er unter Isik zum Stammspieler wurde: „Murat hat mir Vertrauen gegeben, wenn ich das bekomme, bin ich jemand, der aufblüht. Ich hab immer hart gearbeitet und die Regionalliga als Chance gesehen.“
Fehler nicht erlaubt
Zur 3. Liga sagt der Innenverteidiger: „Hier sind die Spieler hungriger als in der Regionalliga. Dort sind das alles gute Spieler, aber die etwas Älteren nehmen ein wenig den Wind raus. In der 3. Liga muss man sich immer neu beweisen. Der größte Unterschied ist, dass das Feuer und die Intensität höher sind, du wirst schneller für Fehler bestraft.“
Auch die TSG Balingen verfolgt er noch: „Die fünf Jahre (inklusive in der TSG-Jugend) waren eine lehrreiche Zeit. Zu den Kickers habe ich noch eine etwas größere Bindung. Das Duell der beiden in Balingen habe ich angeschaut, oft spielen wir aber gleichzeitig.“
Und wer weiß, wenn die Entwicklung von Energie Cottbus und Nyamekye Awortwie-Grant so rasant weitergeht,sieht man ihn vielleicht sogar in einer höheren Spielklasse.